Zhenikhova schockt favorisierte Würth in Varna
Paukenschlag beim W15-Turnier im bulgarischen Varna. Sonja Zhenikhova bezwingt im Viertelfinale die haushohe Favoritin Tara Würth und zieht sensationell ins Halbfinale bei dem Turnier ein, bei dem vor Jahresfrist ihre Stamm-Doppelpartnerin aus gemeinsamen Juniorenzeiten, Eva Bennemann, sich sowohl den Titel im Einzel als auch im Doppel an der Seite von Laura Böhner sichern konnte und sich somit rund um ihren 18. Geburtstag selbst reichlich beschenkte. Die Berlinerin hingegen ist mittlerweile auf dem besten Weg, um in die Fußstapfen ihrer Landsfrau zu treten.
Dabei sah es heute zu Beginn alles andere als vielversprechend aus für Zhenikhova, die schnell mit 0:4 in Rückstand lag. Doch die 18-Jährige, die sich bereits seit Monaten deutlich formverbessert zeigt, steckte deswegen nicht etwa den Kopf in den Sand, sondern kämpfte weiter um ihre Chance in diesem Satz. Wenig später wurde sie für diesen Kampfgeist belohnt. Nach dem 0:4 gelangen Zhenikhova fünf Spielgewinne in Folge, ohne dass ihre Gegnerin dabei überhaupt die Chance auf einen Spielgewinn gehabt hätte. Nur das mit dem Ausservieren zum Satzgewinn sollte auf Anhieb nicht funktionieren. Da hatte die Kroatin das bessere Ende für sich und glich zum 5:5 aus.
Die Partie kam in dieser Phase nun deutlich ausgeglichener daher und so hatten beide Spielerinnen gegen Ende des Satzes ihrerseits Chancen, um sich hier Vorteile zu verschaffen. Würth hatte sowohl bei 5:5 als auch beim 5:6-Rückstand Spiel- bzw. Breakbälle, um das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden, doch Zhenikhova ließ keine einzige der fünf Möglichkeiten ihrer Gegnerin zu und konnte am Ende einen schwer umkämpften Satz mit 7:5 doch noch nach Hause bringen.
Dies war ohne Frage ein überraschender Satzgewinn, mit dem man nach diesem katastrophalen Start nicht mehr unbedingt rechnen konnte. Schnell zeigte sich jedoch, dass diese Aufholjagd nicht von ungefähr kam. Die Berlinerin machte im zweiten Satz genau da weiter, wo sie im ersten aufgehört hatte. Das Spiel zum zwischenzeitlichen 4:0 war gleichzeitig das sechste in Folge, das Zhenikhova zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Würth hatte bis dahin gerade einmal neun Punktgewinne verbuchen können und zudem noch keine Gelegenheit für einen Spielgewinn erhalten.
Dies änderte sich zwar dank eines Aufschlaggewinns zu null, die Wende in dieser Partie konnte die Kroatin damit jedoch nicht mehr einleiten. Ihre Kontrahentin ließ sich nun nicht mehr von der Siegerstraße abbringen und erspielte sich beim Stande von 5:1 und Aufschlag der Gegnerin insgesamt drei Matchbälle, die leider allesamt nicht zum Erfolg führten. So musste die 18-Jährige wenig später selbst bei eigenem Aufschlag mit dem insgesamt fünften Matchball für die größte Sensation an diesem Tag aus deutscher Sicht sorgen. Mit 7:5 und 6:2 ging es am Ende nach einer Spielzeit von einer Stunde und 53 Minuten schnurstracks in Richtung Halbfinale, in dem nach der an Nummer drei gesetzten Würth am Samstag die an Nummer sechs gesetzte Felitsata Dorofeeva-Rybas auf die Berlinerin wartet.