WTA unterteilt Tourkalender ab diesem Jahr in Swings
Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen. Zum Start der neuen Saison ist viel vom "Australian Swing" die Rede. Diese Bezeichnung hatte man in den vergangenen Jahren vereinzelt schon vernommen, ab diesem Jahr ist sie offiziell im Tourkalender der WTA verankert. Der "Australian Swing" umfasst dabei die ersten Wochen der Saison bis einschließlich der Australian Open als abschließendem Höhepunkt. Danach verlässt die Tour den australischen Kontinent und damit beginnt auch bereits der nächste "Swing".
Dieser nennt sich, wenn auch nicht ganz korrekt, "Middle East Swing". Gemeint sind damit die Turnier von Abu Dhabi, Doha und Dubai, tatsächlich finden in dieser Zeit auch WTA-Turniere in Ostrava und Cluj statt. Dass diese bei der Bezeichnung der Swings keine Berücksichtigung finden, zeigt einmal mehr die geringe Bedeutung der WTA 250-Turniere für die internationale Spielerinnenvereinigung.
Anfang März zieht die Tour weiter auf den amerikanischen Kontinent oder, um in der Swingsprache zu bleiben, zum "Sunshine Swing". Damit bezieht man sich auf das "Sunshine Double" von Indian Wells und Miami, die beiden Turniere, die einst das Privileg besaßen, als einzige WTA-Turniere über die Dauer von jeweils zwei Wochen zu verfügen. Viele Fans wären heutzutage froh, wenn dieser Zustand, der bis vor wenigen Jahren Usus war, wieder hergestellt werden würde.
Nach dem Ende der Miami Open verweilt die Tour zwar noch in den USA, mit den Charleston Open auf grünem Sand startet jedoch bereits die Sandplatzsaison, sorry, der "Clay Court Swing", welcher überraschenderweise mit dem Finale von Roland Garros Anfang Juni endet. Hier sind auch die beiden Hallenturniere enthalten, die auf Sand ausgetragen werden. Neben dem etablierten Porsche Tennis Grand Prix haben sich auch die Upper Austria Ladies Linz hier in der Woche direkt zuvor eingefunden und bilden somit die Alternative zum parallel stattfindenden Billie Jean King Cup.
Früher nannte man es "Grass Court Season", heute spricht man vom "Grass Court Swing", womit nichts anderes gemeint ist als die Zeit zwischen Paris und Wimbledon. Tatsächlich finden bei der WTA in dieser Zeit ausschließlich Rasenturniere statt, was früher nicht der Fall war. Da hatte man den Sandplatzspezialistinnen noch die Gelegenheit gegeben, ihre "Hauptsaison" zu verlängern. Unter anderem fiel auch die erste Auflage des NÜRNBERGER Versicherungscups im Jahre 2013 darunter, der im Anschluss an das Grand Slam-Turnier in Paris ausgetragen wurde.
Ab dem 13. Juli ruft die WTA den "Hard Court Swing" aus, der natürlich, wie es der Name vermuten lässt, mit einem WTA 250-Turnier auf Sand beginnt. Doch nicht nur im rumänischen Iasi, auch eine Woche später in Hamburg ist von Hartplatz weit und breit nichts zu erkennen. Lediglich ein einziges Turnier findet vor der ehemaligen "US Open Series" auf diesem Belag statt und zwar ein WTA 250-Turnier in Prag parallel zu Hamburg. Bis also in Washington Ende Juli der echte Startschuss für die US-Hartplatzsaison fällt, müsste eher von einem "Early Summer Swing" die Rede sein.
Der "Hard Court Swing" zieht sich bis nach den US Open, wenn in Guadalajara und Sao Paulo wohl wieder Überraschungssiegerinnen gekürt werden. Erst mit der Woche ab dem 21. September startet mit dem "Asian Swing" das letzte Kapitel einer über zehn Monate andauernden Saison. Die WTA Finals als abschließendes Event starten dann am 7. November, bis dahin hat die WTA-Tour sieben Swings erfolgreich hinter sich gebracht. Fragt sich nur, welchen Sinn diese Neueinteilung haben soll. Ein Saisonabschlussturnier, bei dem die jeweils besten der einzelnen Swings gegeneinander antreten, ist jedenfalls nicht in Sicht. Doch wer weiß, was nach den mittlerweile eingestampften "Tournament of Champions" und "Elite Trophy" von der WTA als nächstes aus dem Hut gezaubert wird.