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WTA beerdigt Top 20-Wildcards endgültig

Faktisch gibt es sie schon länger nicht mehr, jetzt wurde von Seiten der WTA endgültig ein Schlussstrich unter die kurzfristige Vergabe von Wildcards an Spielerinnen unter den Top 20 gezogen. Schon bei den Turnieren in Brisbane und Adelaide war ersichtlich, dass Turnierveranstalter alle ihre vier Wildcards fast ausschließlich an einheimische Spielerinnen verteilt haben. Nun gibt es auch keine Regel mehr, die dieser Handhabung entgegensprechen würde. Eine entsprechende Passage sucht man im WTA-Regelbuch vergeblich.

Aus den zwei Top 20-Wildcards, die neben den beiden "regulären" Wildcards jahrelang vergeben wurden, wurden im letzten Jahr sogenannte "exemption wild cards". Diese konnten die an frühere Grand Slam-Siegerinnen, Weltranglistenerste und Spielerinnen in den Top 20 verteilt werden. Zudem wurde die Regel dahingehend geändert, dass Spielerinnen nicht mehr bis Turnierbeginn die Möglichkeit hatten, solch eine Wildcard zu beantragen, sondern nur noch bis Meldeschluss. Dies führte im vergangenen Jahr zu einigen Wirrungen, da diese Neuregelung nicht im Regelbuch von 2025 zu finden war, die Veranstalter des Porsche Tennis Grand Prix jedoch vollmundig vier Wildcardspielerinnen ankündigten. Nach einiger Recherche kam heraus, dass diese Neuregelung bereits seit Februar 2025 so gehandhabt wurde.

Das neue Regelbuch legt somit klar fest: jeder Veranstalter eines WTA-Turniers darf vier Wildcards für das Hauptfeld frei vergeben, bei Turnieren mit einem 96er-Feld sind es sogar acht. Die Wildcard-Plätze für die Qualifikation bleiben hingegen weiter unverändert. Bei einem 48er-Feld dürfen bis zu sechs Spielerinnen eine Wildcard erhalten, bei 32 oder 24 vier und bei 16 oder weniger lediglich zwei. Dies hat seit 2022 zur Folge, dass beim Porsche Tennis Grand Prix nur noch zwei Wildcards vergeben werden können, da man das dortige Qualifikationsfeld binnen weniger Jahre drastisch von 32 auf 16 Spielerinnen reduziert hat, nachdem man in der "Geisterausgabe" von 2021 zwischenzeitlich von 32 auf 24 Starterinnen zurückgegangen war.

Trotz der Abschaffung der "exemption wild cards" im Einzel findet man sie dennoch im neuen Regelbuch, jedoch ausschließlich betreffend der Doppelkonkurrenz. Hier wird weiterhin ein solcher Platz freigehalten, wobei diese wohl in den seltensten Fällen auch genutzt werden und es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis sie auch hier endgültig verschwinden.

Für Turnierveranstalter ist diese transparente Regelung ein Segen. Früher musste man mit der endgültigen Bekanntgabe der Wildcards bis zum letzten Moment warten, da eventuell eine Spielerin kurzfristig noch Anspruch auf eine Turnierteilnahme erheben hätte können. Diese Hürde ist nun aus dem Weg geräumt und so können Turniere zukünftig mehrere einheimische Spielerinnen bei der Wildcardvergabe berücksichtigen und zudem frühzeitig mit ihnen als Teilnehmerinnen werben.


Turnier: WTA Stuttgart 2026

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