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Werner feiert Grand Slam-Debüt mit 30 Jahren

Es muss nicht immer Nachwuchs sein. Caroline Werner, die vor wenigen Wochen ihren 30. Geburtstag feiern dürfte, wird in wenigen Wochen erstmals in ihrer langen Karriere an der Qualifikation bei einem Grand Slam-Turnier teilnehmen. Durch das heutige Erreichen des Finals beim W75-Turnier im slowakischen Kosice wird sie am kommenden Montag mindestens auf Platz 221 in der Weltrangliste auftauchen. Damit hat sie in letzter Sekunde sozusagen den Sprung nach Wimbledon geschafft. Denn die Weltrangliste, die in der nächsten Woche erscheint, ist maßgeblich für die Teilnahme an der Qualifikation des Rasenklassikers.

Genau genommen wäre erst die Weltrangliste vom 1. Juni relevant, da jedoch am Montag das Hauptfeld von Roland Garros beginnt, erscheint das nächste Ranking erst wieder am 8. Juni, also drei Wochen vor Turnierbeginn in SW19. Daher können die Turnierergebnisse, die in der nächsten Woche erzielt werden, nicht mehr berücksichtigt werden. Selbiges gilt auch für die Weltranglistenpunkte, die in dieser Woche bei W15- und W35-Turnieren eingefahren wurden.

Nachdem Caroline Werner das Jahr mit sieben Niederlagen in Folge eröffnet hatte und ihr Ranking über mehrere Monate stagnierte, hatte man befürchtet, dass sie trotz ihrer starken Saison 2025 den Sprung in ein Grand Slam-Turnier verpassen könnte. Im Falle von Roland Garros hatte sie eben genau dieses Schicksal ereilt, da sie im entscheidenden Moment lediglich Platz 273 in der Weltrangliste belegte. Umso erfreulicher ist es, wie schnell die 30-Jährige das Blatt nun wenden und sich einen Platz in der Qualifikation in Wimbledon sichern konnte.

Wobei Werner den heiligen Rasen von Wimbledon zunächst nur aus der Ferne betrachten kann. Traditionell findet das Qualifikationsturnier nicht dort, sondern auf den Rasenplätzen von Roehampton statt, um die Plätze, auf denen danach zwei Wochen lang gespielt wird, im Vorfeld zu schonen. Dies dürfte der Freude der Deutschen jedoch keinen Abbruch tun, schließlich war sie jahrelang raus aus dem Geschehen und kehrte erst Ende 2023 wieder zum Profitennis zurück. Damals feierte sie einen perfekten Einstand beim W15-Turnier in Valencia mit vier Siegen in Folge. Am Jahresende 2024 belegte sie bereits Platz 363 und lag damit nur knapp unter ihrem Bestwert früherer Tage (361).

Im Vorjahr begann sie dann, an höher dotierten Turnieren teilzunehmen, insbesondere die der Kategorie WTA 125. Ihr größter Erfolg hierbei war das Erreichen des Viertelfinals aus der Qualifikation heraus im April in La Bisbal d'Emporda. Auch bei W100-Turnieren konnte sie im vergangenen Jahr zahlreiche Erfolge aufweisen. Hier ragt das Halbfinale in Maspalomas Ende Juli heraus, in dem sie in zwei Tiebreaks der Niederländerin Arantxa Rus unterlag.

In ihrem heutigen Halbfinale in Kosice gegen Justina Mikulskyte aus Litauen ließ Werner von Beginn an keine Zweifel daran aufkommen, wer am Ende den Platz als Sieger verlassen würde. Nachdem sie den Ausgleich zum 1:1 im ersten Satz hinehmen musste, domienierte Werner die Partie beinahe nach Belieben. Ganze zwei Punkte ließ die Deutsche ihrer Gegnerin im ersten Satz, den sie verdient mit 6:1 nach Hause brachte, noch zu. Im zweiten Durchgang wurden die Spiele deutlich umkämpfter. In allen drei Aufschlagsspielen der 30-Jährigen konnte sich Mikulskyte sogar jeweils einen Breakball erarbeiten, doch die Spiele gingen allesamt wie auch ihre eigenen, an die Deutsche, die somit nach einer Spielzeit von 64 Minuten mit einem 6:1 und 6:0-Erfolg nicht nur das Finalticket für morgen, sondern auch das Flugticket nach London in der Tasche hat. Und Tennis-Deutschland darf wieder einmal ein neues Gesicht auf der großen Tennis-Bühne begrüßen.


Turnier: Wimbledon 2026

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