Vogt nach Dreisatz-Drama im Viertelfinale von Lima
Dieses Match war nichts für schwache Nerven. Im Achtelfinale des W15-Turniers im peruanischen Lima standen sich die Schweizerin Marie Mettraux und die Deutsche Marie Vogt gegenüber. Nach mehr als drei Stunden Spielzeit in einer Partie mit irrwitzigen Wendungen und abgewehrten Matchbällen triumphierte am Ende die Marie mit dem kürzeren Nachnamen. Dabei hatte Mettraux in dieser Begegnung alle Chancen und hätte das Match eigentlich gewinnen müssen.
Denn der Knackpunkt in dieser Partie schien der vergebene große Vorsprung von Vogt im dritten Satz gewesen zu sein. Nachdem sie den ersten Satz unglücklich mit 6:7(2) verloren hatte und mit einem phänomenalen 6:0 darauf antwortete, sprach wirklich alles in diesem Match für die 20-Jährige, die im dritten Durchgang genauso weitermachte wie im Satz zuvor. Nachdem sie zu Beginn erneut den Aufschlag ihrer Gegnerin durchbrechen konnte, legte sie ein weiteres Break zum 4:1 nach. Nur die kühnsten Optimisten hätten in diesem Moment noch einen Pfifferling auf Mettraux gegeben, doch die Schweizerin machte in der Folge keine Anstalten, die Partie kampflos ihrer Gegnerin zu überlassen.
Spätenstens als Vogt ein 0:40 bei eigenem Aufschlag egalisieren konnte und sie somit nur zwei Punkte von einer möglichen 5:1-Führung entfernt war, schien der Deckel auf der Partie drauf zu sein. Letztlich gelang es der Deutschen dennoch nicht, ihr Aufschlagsspiel zu halten und so musste sie das 2:4 hinnehmen. Mettraux spürte nun, dass in diesem Match doch noch etwas gehen konnte und sorgte nicht nur mit einem Service zu null für das 3:4, sie nahm ihrer Gegnerin genauso glatt den kommenden Aufschlag ab und stellte auf 4:4. Das Momentum hatte sich in diesem Augenblick komplett in Richtung der Schweizerin gedreht.
Diese Situation verfestigte sich auch im darauffolgenden Spiel, in dem Vogt sich zwar eine Breakchance erspielte, diese jedoch liegen ließ und nun sogar mit 4:5 in Rückstand geriet. Somit servierte die 20-Jährige nach dem Seitenwechsel gegen den Matchverlust. Dabei hatte sie jedoch mehr Mühe als ihr lieb war. Bei 30:40 stand ihre Gegnerin sogar nur einen Punkt vor dem Matchgewinn, doch dank dreier Punktgewinne in Folge konnte Vogt gerade noch so den Kopf aus der Schlinge ziehen.
Der vergebene Matchball schien seine Spuren bei Mettraux hinterlassen zu haben. Die Schweizerin hatte bei ihrem darauffolgenden Aufschlagsspiel kaum etwas zu melden und musste mitansehen, wie ihre Gegnerin auf einmal doch wieder mit einem Break in Führung ging. Somit lautete die Frage: Matchgewinn oder Tiebreak? Die Antwort fiel am Ende deutlich aus. Nach einem 0:30-Fehlstart sorgten vier Punktgewinne in Folge letztendlich doch für einen Sieg der Spielerin aus dem schwäbischen Urbach, die somit drauf und dran ist, auch in der zweiten Woche ihres Südamerika-Aufenthaltes viele wichtige Zähler einzufahren. Im Viertelfinale wartet nur die kanadische Lucky Loserin Isabella Marton auf die Deutsche, doch das dürfte ihr im Moment dieses hart erkämpften Triumphes ziemlich egal gewesen sein.