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Vogt in dieser Woche in besonderem Fernduell

Seit 2023 wird jedes Jahr der "Last Woman Standing Award" vergeben an die Spielerin, der es im Laufe des Jahres am häufigsten gelingt, bei ITF-Turnieren am Ende der Woche die letzte zu sein, die sich noch im Turnierbetrieb befindet. Im ersten Jahr holte sich Ella Seidel die Trophäe, nachdem sie im zweiten Halbjahr insgesamt fünfmal den Wochensieg einfahren konnte. 2024 gelang Luisa Meyer auf der Heide ein ähnlicher Endspurt, doch im Gegensatz zu Seidel genügten ihr vier Wochensiege, um am Ende den Siegerpokal mit nach Hause zu nehmen.

In diesem Jahr könnte die Entscheidung dramatischer kaum sein. Dabei sah es lange danach aus, als sei die Messe schon gelesen. Mit je vier Wochensiegen thronten Joelle Steur, Tessa Brockmann und Katharina Hobgarski gemeinsam auf Platz eins, wobei in diesem Falle Hobgarski den Jahressieg davongetragen hätte, da sie als einzige der drei Kontrahentinnen zwei Wochensiege mit einem W35-Titel aufweisen konnte.

Lange Zeit hatte die Aufsteigerin des vergangenen Jahres, Marie Vogt, überhaupt keine Rolle in diesem Wettbewerb gespielt. Ein Finaleinzug in Tsaghkadzor vom Mai diesen Jahres stand bei ihr über viele Monate wie in Stein gemeißelt. Dass sie noch eine Chance auf den Last Woman Standing-Pokal hätte, war bis vor kurzem nicht abzusehen. Dies änderte sich auch nicht nach ihrem Finaleinzug in Monastir Anfang November, mit dem sie zum zweiten Mal eine Wochenwertung für sich entscheiden konnte.

Die Entscheidung schien schon gefallen, nachdem abzusehen war, dass weder Tessa Brockmann noch Joelle Steur irgendwelche Turnierstarts bis Jahresende geplant hatten. Die einzige Möglichkeit, dass doch noch jemand anderes als Katharina Hobgarski den Siegerpokal in Empfang nehmen könnte, bestand lediglich in der dreiwöchigen Südamerikareise von Marie Vogt. Sollte es der 20-Jährigen tatsächlich gelingen, in dieser Zeit alle drei Wochenwertungen für sich zu entscheiden, könnte sie am Ende mit fünf Wochensiegen doch noch den Jahressieg an sich reißen.

Und tatsächlich begann Vogt, in den ersten beiden Wochen bei den W15-Turnieren im peruanischen Lima konstant abzuliefern. In ihren ersten beiden Anläufen erreichte die Linkshänderin jeweils das Finale am Sonntag. Dabei stand sie vorige Woche kurz vor dem Aus, als sie im Achtelfinale gegen ihre Doppelpartnerin Marie Mettraux einen Matchball abwehren musste und so gerade noch verhindern konnte, dass der Wochensieg an die später in Sharm el Sheikh im Viertelfinale gescheiterte Caroline Werner ging.

Somit kommt es in dieser Woche nun zum letzten Showdown in dieser Saison. Und da mit Jana Wenk und Josephine Pasiut bereits zwei deutsche Spielerinnen in dieser Woche früh gescheitert sind und Gina Dittmann kurzfristig auf einen Start verzichtet hatte, ist neben Vogt nur noch eine weitere deutsche Spielerin im Einsatz. Es handelt sich dabei um die in Monastir direkt im Hauptfeld stehende Victoria Pohle. Die zweifache deutsche U18-Meisterin und direkte Nachfolgerin ihrer "Kontrahentin" tritt am Mittwoch in der ersten Runde gegen die an Nummer drei gesetzte Kosovarin Arlinda Rushiti an.

Da auch die Erstrundenbegegnung von Vogt erst am Mittwoch ausgetragen wird, ist es aufgrund des Zeitunterschieds zwischen Tunesien und Peru möglich, dass Vogt bereits bei Spielbeginn als Siegerin feststeht, sollte Pohle die Überraschung gegen Rushiti verpassen. Unter normalen Umständen kann man davon ausgehen, dass ihr Match früher stattfindet als das ihrer Landsfrau auf der südlichen Halbkugel. Man darf also gespannt sein, was der morgige Tag mit sich bringt.

Zur Übersicht des Last woman standing awards geht es hier.

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