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US Open-Mixed-Farce erreicht nächste Stufe

Es hatte sich fast schon wie eine Drohung angehört, als die US Open nach der Ausgabe 2025 ankündigten, dass sie auch im darauffolgenden Jahr an ihrem erstmals ausgetragenen Mixed-Format festhalten wollen. Erstmals in der Geschichte des Turniers war das Mixed nicht mehr Teil des zweiwöchigen Hauptwettbewerbs, sondern wurde in die Woche, in der die Qualifikation stattfindet, ausgelagert. Das Ansinnen, das dahinter steckte, war von vorneherein klar ersichtlich. Dadurch, dass man viele Topstars noch eine Woche länger an das Turnier bindet, kann man noch eine Woche länger abkassieren und das bei einer Veranstaltung, die dem Charakter eines Schaukampfes in nichts entgegensteht.

Die Kritik daran, dass zukünftig keine Doppelspezialisten mehr im Mixed-Wettbewerb antreten sollten, sondern stattdessen in erster Linie Einzelspieler um ein Preisgeld von einer Million Dollar kämpfen, war groß. Auch hier wurde sich in einem resonanzstarken Artikel darüber ausgelassen, welche Auswirkungen diese mehr als diskutable Entscheidung mit sich brachte. Dass es den US Open lediglich darum geht, soviel Umsatz wie möglich zu generieren, ohne großartig Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Spielerinnen zu nehmen, zeigte sich spätestens in dem Moment, in dem man diese zweitägige Comedyveranstaltung als vollen Erfolg verkaufte und wenig später eine Neuauflage für dieses Jahr ankündigte.

Also noch einmal dasselbe Spiel wie 2025? Mitnichten! Die Veranstalter gehen diesmal noch einen Schritt weiter. Waren im letzten Jahr die Doppelspezialisten vom Wettbewerb ausgeschlossen, werden sie in diesem Jahr auch noch verhöhnt. Tenor: ihr dürft dieses Mal mitspielen, aber bitte nur zwei von euch. Und die müssen sich am Tag zuvor noch in einem 8er-Starterfeld qualifizieren. Damit dauert der Mixed-Wettbewerb, bei dem es immerhin um einen offiziellen Grand Slam-Titel geht, diesmal insgesamt drei statt zwei Tage.

Nur nochmal zum Verständnis: irgendwelche Top-Einzelspieler können für den Mixed-Wettbewerb melden und werden aufgrund ihrer Einzel-Ranglistenposition für den Wettbewerb akzeptiert, während gleichzeitig zwei Doppelspezialisten, die bei den US Open gemeinsam antreten wollen, zunächst Glück haben müssen, einen der acht Plätze im Qualifikationsturnier zu ergattern, um dann in zwei Runden einen der beiden Wildcard-Plätze zu erkämpfen. Muss man sich auch erst mal ausdenken.

Gelinde ausgedrückt ist dieses Procedere an Unverschämtheit nicht zu überbieten. Denn drehen wir den Spieß doch einfach mal um und stellen uns vor, man würde auch beim Einzelwettbewerb so verfahren. Spielerinnen wie Su-Wei Hsieh, Taylor Townsend und Demi Schuurs wären aufgrund ihrer Platzierung in der Doppel-Weltrangliste im Einzel gesetzt, dafür müssten Aryna Sabalenka, Elena Rybakina und Iga Swiatek entweder auf eine der Wildcards hoffen oder sie müssten den Gang in die Qualifikation antreten. Unvorstellbar, finden Sie? Bis vor einem Jahr wäre auch niemand darauf gekommen, dass jemals bei einem Grand Slam-Turnier Doppelspezialisten vom Mixed-Wettbewerb faktisch ausgeschlossen würden. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten geht eben alles. Und wenn es der größte Quatsch ist.


Turnier: US Open 2026

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