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US Open behalten zweifelhaftes Mixed-Format auch 2026 bei

Nein, es war doch keine einmalige Ausnahme, im Gegenteil. Es ist zu befürchten, dass es auf absehbare Zeit bei den US Open keinen gewohnten Mixed-Wettbewerb mehr geben wird, bei dem man ganz normal mit seinem Einzel- oder Doppelranking meldet in der Hoffnung, dass man zu einem der 32 Teams gehört, die letztlich an den Start gehen. Im letzten Jahr hatten die Veranstalter den Mixed-Wettbewerb erstmals ad absurdum geführt, als sie ihn aus den beiden Hauptfeld-Turnierwochen herauslösten und ihn in der Woche während der Qualifikation zu einem Showevent mit dem Hauptpreis Grand Slam-Titel verkommen ließen. Nun wurde vor kurzem bekannt, dass sich auch 2026 daran nichts ändern wird.

Am Ende gewann bei der Premiere mit Sara Errani und Andrea Vavassori wenig überraschend das einzige Team, das aus zwei Doppelspezialisten bestand und gleichzeitig als Titelverteidiger an den Start ging. Ansonsten bestand das auf 16 Duos dezimierte Feld beinahe ausschließlich aus Einzelspielern, von denen viele selten bis gar nicht in Doppelwettbewerben antreten. Doppelspezialistinnen, zu denen auch Laura Siegemund zählt, blieb allerhöchstens die Zuschauerrolle.

Es mag ja schön sein, wenn diese Neuerung bei den Fans gut ankommt. Günstiger bekommt man als Fan viele Topstars in Aktion ja gar nicht zu Gesicht. Aber wenn es schon eine Witzveranstaltung sein muss (und nichts anderes ist dieses "Promi-Mixed"), warum dann nicht gleich so etwas wie den "1-point-slam", der seine Premiere vor wenigen Tagen in Melbourne feierte? Der hatte im Gegensatz dazu von allen Seiten durchweg positive Kritiken erhalten und wurde auch von allen Teilnehmern wohlwollend zur Kenntnis genommen, eben weil man von vorneherein wusste, worum es ging und es das eigentliche Turnier nicht beeinträchtigte.

Man darf auch davon ausgehen, dass das Procedere hinsichtlich der Teilnahmekriterien dasselbe sein dürfte wie bei der Premiere im letzten Jahr. Hier wurden die 16 teilnehmenden Teams je zur Hälfte nach Einzelranking und zur Hälfte durch Wildcardvergabe ermittelt. Das Doppelranking fand indes keinerlei Berücksichtigung. Da konnte Katerina Siniakova noch so lange Nummer eins sein, ohne Wildcard gab's kein Startrecht.

Was den Wettbewerb zudem eines Grand Slam-Turniers unwürdig macht, ist das in allen Matches angewandte best-of-3-Format mit Sätzen, die lediglich bis vier gehen. Zudem wird der dritte Satz nicht ausgespielt, sondern durch einen Matchtiebreak ersetzt. Den Sinn dahinter kennt auch nur der Veranstalter, denn zeitlich schenkt sich das wenn überhaupt nicht viel. Zudem werden alle Spiele im "no ad-scoring" entschieden, was bedeutet, dass es bei Einstand nicht über Vorteil geht, sondern direkt einen Entscheidungspunkt gibt. Lediglich im Finale verzichtete man im letzten Jahr auf verkürzte Sätze und spielte wie üblich bis sechs. Dennoch musste man noch nie so wenig Aufwand betreiben, um einen Grand Slam-Titel sein Eigen zu nennen, wie bei diesem "Turnier".

Und das wird nun auch weiterhin so bleiben. Viele hatten bereits befürchtet, andere Grand Slam-Veranstalter könnten nachziehen und ebenfalls auf die Idee kommen, den Mixed-Wettbewerb auszulagern. Glücklicherweise hat bislang noch keiner der drei anderen Grand Slams irgendwelche Anstalten in diese Richtung gemacht. Im Sinne des Sports bleibt zu hoffen, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird.


Turnier: US Open 2026

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