Stuttgarter Stadtpokal mit exquisiter Meldeliste
In zwölf Tagen ist es soweit. Der TC Blau-Weiss Vaihingen-Rohr feiert 40 Jahre Stuttgarter Stadtpokal und dies standesgemäß erstmals mit einem Rekordpreisgeld von $40.000. Mit dieser Preisgelderhöhung um $10.000, die mit einer Änderung der Turnierkategorie von W35 auf W50 einhergeht, dürfen sich die Veranstalter auf das wohl stärkste Teilnehmerfeld freuen, das es auf ihrer Anlage je gegeben hat. Auch wenn es bis zuletzt natürlich noch zu Änderungen kommen kann.
Nach aktuelle Stand gehen in Vaihingen acht Spielerinnen aus den Top 200 an den Start, angeführt von der starken Ägypterin Mayar Sherif, die bei Meldeschluss auf Platz 118 stand. Auch eine deutsche Spielerin in den Top 200 ist auf der Meldeliste zu finden. Mona Barthel plant in diesem Jahr einen Start im Ländle und ist neben Caroline Werner die einzige Deutsche, die ihren Platz im Hauptfeld bereits sicher hat.
Der Unterschied zum vergangenen Jahr ist deutlich erkennbar. Trotz Weltranglistenplatz 282 reicht es für Tessa Brockmann aktuell nicht, um hier sicher im Hauptfeld zu stehen. Vor Jahresfrist hätte sie damit wahrscheinlich auf der Setzliste gestanden. So aber muss die Nummer vier der Nachrückerinnen abwarten, bis es zu genügend Absagen kommt, ansonsten wäre sie auf eine Wildcard angewiesen, die sie wohl notfalls ohnehin erhalten würde.
Mit Emily Seibold und Julia Stusek befinden sich bereits zwei weitere deutsche Spielerinnen sicher in der Qualifikation, wobei Lokalmatadorin und Vorjahresfinalistin Seibold in jedem Fall mit der Teilnahme am Hauptwettbewerb planen kann. Ihre Wildcard gilt - sofern benötigt - als gesetzt. Zu den Spielerinnen, die in Vaihingen beste Chancen haben, in die Qualifikation nachzurücken, zählen auch Valentina Steiner und Ann Akasha Ceuca. Als Nummer vier und fünf der "Alternates"-Liste sollte ihrer Teilnahme an der Qualifikation nichts im Wege stehen.
Selbstverständlich haben Meldelisten keinen finalen Charakter,. Oft erkennt man nach der Auslosung der Qualifikation, dass sich vieles noch in den letzten Tagen vor Turnierstart verschoben hat und auf einmal völlig andere Namen auftauchen, die zuvor unter den "Alternates" im zweistelligen Bereich zu finden waren. Für den Stuttgarter Stadtpokal, der in der ersten Woche des Hauptwettbewerbs von Wimbledon ausgetragen wird, hat es einen Einfluss, welche Spielerinnen, die hier gemeldet haben, in Wimbledon die Qualifikation überstehen oder dort im Feld der Doppelkonkurrenz zu finden sind. Deren Namen würden dann vor Turnierbeginn von der Teilnehmerliste gestrichen.
Auch was die Teilnahme deutscher Spielerinnen anbetrifft, die nicht mehr in Vaihingen auf der Liste stehen, muss das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Laut Seite 107 des Regelbuchs der ITF ist es einer Spielerin erlaubt, die Teilnahme an einem Turnier abzusagen, wenn sie für ein anderes, höher dotiertes Turnier in derselben Woche eine Wildcard erhält. Dies könnte im Fall von Stuttgart-Vaihingen Spielerinnen wie Eva Bennemann oder Marie Vogt betreffen. Bennemann wird beim W35-Turnier im niederländischen Amstelveen gelistet, Vogt steht aktuell beim W35-Turnier in Aix-les-Bains im Feld.
A Player accepted into Qualifying or Main Draw of a Women’s WTT Tournament is nominated to receive a Wild Card into the Qualifying or Main Draw of another Professional tournament in a higher prize money category (WTT, WTA or Grand Slam) (example W15 to W35.)
Neu ist beim Stuttgarter Stadtpokal nicht nur die Höhe des Preisgeldes, sondern auch der Rahmen rund um das Turnier, der einen Besuch beim TC Blau-Weiss Vaihingen-Rohr in dieser Woche attraktiver gestalten soll. So sorgen unter anderem außerhalb des Turniergeländes Foodtrucks, die für jedermann zugänglich sind, für das leibliche Wohl. Zudem wird von Montag bis Freitag ein Frühbucherrabatt der besonderen Art angeboten. Wer vor 13:30 Uhr erscheint, erhält kostenlosen Zugang zum Turniergelände und kann sich dennoch den ganzen Tag die Spiele auf den jeweiligen Plätzen anschauen. Damit folgt man einem Trend, den man in den letzten Jahren bereits von so manchem WTA-Turnier kennt. In Berlin und Bad Homburg ist beispielsweise der Zugang zum Gelände sowie zu den Außenplätzen kostenlos. Nur wer die Zuschauerränge im Centre Court betreten will, benötigt eine Eintrittskarte. Auf diese Art möchte man den Tennissport der Bevölkerung wieder näher bringen.
Und so sieht die aktuelle Meldeliste der deutschen Spielerinnen beim Stuttgarter Stadtpokal aus:
Hauptfeld:
7 Mona Barthel
11 Caroline Werner
Qualifikation:
4 Tessa Brockmann
21 Emily Seibold
27 Julia Stusek
Top 20 Nachrückerinnen:
4 Valentina Steiner
5 Ann Akasha Ceuca
12 Luisa Meyer auf der Heide
17 Anja Wildgruber
Für das Hauptfeld werden maximal vier Wildcards vergeben, in der Qualifikation, die ebenfalls mit 32 Spielerinnen ausgetragen wird, sind es sogar deren fünf.
Turnier: ITF S-Vaihingen 2026