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Stürmt Brune bald die Weltrangliste?

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Emilia Brune

Tina Manescu hat es mit 15 getan, Sophie Greiner im zarten Alter von 22 Jahren ebenfalls, nun steht die 17-jährige Emilia Brune kurz davor, als dritte deutsche Spielerinnen binnen gut eines Jahres mit ihren allerersten gewonnenen Punkten direkt in die Weltrangliste einzuziehen. Nur noch ein Sieg fehlt der Hessin, um die Mindestpunktzahl von zehn zu erreichen, die man benötigt, um eine Weltranglistenplatzierung zu erhalten. Die Form jedenfalls scheint zu stimmen.

Zu Beginn der Woche hatte man sich vielleicht noch gewundert, warum eine deutsche Spielerin bei einem Turnier fern der Heimat mit einer Wildcard bedacht wird. Dass die deutsche Wildcardspielerin jedoch gegen Ende der Woche immer noch beim W15-Turnier im ägyptischen Hurghada vertreten sein würde, damit konnte niemand rechnen. Wahrscheinlich ist Brune sogar selbst überrascht über das, was sie in den letzten Tagen geleistet hat. Noch nie zuvor war sie bei einem Profiturnier über die erste Runde hinausgekommen, am Samstag steht sie nun zum ersten Mal in einem Halbfinale.

Dabei standen die Vorzeichen, um solch einen Lauf hinzulegen, zu Beginn des Turniers äußerst schlecht. Da kriegt man schon mal eine Wildcard fürs Hauptfeld und muss sich nicht durch die Qualifikation quälen und was kommt dabei heraus? Ein Erstrundenduell gegen die an Nummer zwei gesetzte Spielerin. Doch die Nummer 728 der Welt musste schnell erkennen, dass auch Spielerinnen, die "nur" dank einer Wildcard am Start sind, nicht unterschätzt werden sollten. Nachdem die Französin Laia Petretic den ersten Satz standesgemäß für sich entscheiden konnte, wendete sich das Blatt in der Partie und Brune behielt völlig überraschend mit 1:6, 6:3 und 6:4 die Oberhand.

Für das Comeback der Woche sorgte die 17-Jährige in ihrem gestrigen Achtelfinale, als Brune gegen die Südafrikanerin Wozuko Mdlulwa nach verlorenem ersten Durchgang in den Sätzen zwei und drei jeweils mit Break zurücklag und mehrfach kurz vor dem Aus stand, es ihr am Ende dennoch gelang, im Tiebreak des dritten Satz die Partie zu ihren Gunsten zu drehen und somit erstmals in das Viertelfinale eines Profiturniers einzuziehen (mehr dazu hier).

Dort stand ihr heute die Australierin Naomi McKenzie, die aktuelle Nummer 1276 der Weltrangliste, gegenüber. Und wie es bei Brune in dieser Woche so üblich ist, ging der erste Satz erst einmal glatt weg. Wie in ihren beiden Begegnungen zuvor musste die 17-Jährige somit auch diesmal einem Rückstand hinterher laufen, wobei man das Gefühl bekommt, als würde sie dieser erst recht anspornen und sie zu Höchstleistungen verleiten.

Tatsächlich darf man auch heute wieder von einem klassischen Comeback sprechen. Mit 1:6 und 2:4 lag die Spielerin aus dem Taunus bereits zurück und wieder einmal sprach überhaupt nichts mehr dafür, als sollte Brune in dieser Begegnung die Wende gelingen. Doch mit dem Rücken zur Wand kämpfte sie sich aus dieser aussichtslosen Situation heraus und feierte mit vier blitzsauberen Spielgewinnen in Folge zum 6:4 den Satzausgleich.

Im dritten Satz hatte die Australierin, die sich bei 6:1 und 4:2 wohl schon gedanklich unter der Dusche befunden hatte, der 17-Jährigen kaum mehr etwas entgegenzusetzen. Dank zehn Spielgewinnen aus den letzten elf Spielen triumphierte Brune am Ende souverän mit 1:6, 6:4 und 6:1 und feierte somit den mit Abstand größten Erfolg in ihrer bisherigen Karriere. Ihr Punktekonto steht aktuell noch bei sechs und nur die an Nummer acht gesetzte Ukrainerin Kateryna Diatlova kann morgen noch verhindern, dass das Märchen von Hurghada am Ende doch nicht das Happy-End erhält, das man sich als deutscher Tennisfan in dieser Woche wünscht. Verdient hätte es die 17-Jährige allemal.


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