Steiner besteht im Tiebreak-Drama von Reichstett
Was für ein Match! Valentina Steiner ist am Abend mit einem Sieg über die Belgierin Tilwith di Girolami ins Viertelfinale beim W15-Turnier im französischen Reichstett eingezogen. Die 19-Jährige setzte sich nach exakt dreieinhalb Stunden mit 7:6(3), 6:7(3) und 7:6(4) durch und steht hier somit als zweite Deutsche nach Luisa Meyer auf der Heide unter den letzten acht. Dort kann man für Steiner nur hoffen, dass sie morgen für ihre Partie gegen die französische Veteranin Myrtille Georges noch genügend Körner übrig hat.
Dabei hätte dieses Match auch einen komplett anderen Verlauf nehmen können. Im ersten Satz fing Steiner zunächst mit 3:1 inFührung, konnte diese jedoch nicht halten und musste so das 3:3 hinnehmen. Ab diesem Moment gaben sich beide Spielerinnen bei eigenem Aufschlag keine Blöße mehr, so dass es zwangsweise in den Tiebreak ging. Diesen holte sich Steiner mit 7:3, nachdem sie während des kompletten Tiebreaks nicht ein einziges Mal in Rückstand geraten war und beim Seitenwechsel mit 4:2 in Führung lag.
Im zweiten Durchgang sprach zunächst vieles für einen Zweisatzsieg der Deutschen, die im übrigen in allen drei Sätzen jeweils mit 3:1 in Führung lag. Doch diese sollte wieder nicht halten, stattdessen sorgten vier Spielgewinne in Folge dafür, dass nun Di Girolami die Chance erhielt, zum Satzausgleich zu servieren. Nachdem ihr zunächst dies misslang und sie wenig später auch keine Chance hatte, um den Satz mit einem weiteren Break für sich zu entscheiden, war Steiner hier wieder im Rennen. Und so kam es erneut zur Entscheidung im Tiebreak.
Dieser wurde nun von der Belgierin dominiert, die nach dem 0:1 aus ihrer Sicht fünf Punktgewinne in Folge verbuchen konnte und mit einem 5:1 zum Seitenwechsel ging. Mehr als ein bisschen Ergebniskosmetik sollte es für Steiner nicht mehr werden. Mit 7:3 behielt di Girolami die Oberhand und schickte die Partie in einen dritten Satz.
Ihre Gegnerin zeigte sich trotz der verpassten Chance, das Match in zwei Sätzen zuzumachen, nicht resignierend. Ihre dritte 3:1-Führung in dieser Begegnung konnte sie zwar länger transportieren als die im Satz zuvor, dennoch glich Di Girolami nach einer Reihe von Breaks mit einem eigenen gewonnenen Aufschlagsspiel zum 4:4 aus. Und es sollte für die 19-jährige Deutsche nochn schlimmer kommen. Nach einem weiteren Aufschlagverlust servierte die Belgierin nun zum Matchgewinn.
Zum Glück war der Aufschlag heute für Di Girolami genauso wenig eine Waffe wie für Steiner, Ein Break jagte in dieser Phase das nächste, als die Belgierin bei 6:5 die zweite Chance hatte, um die Begegnung mit eigenem Aufschlag zu beenden, lag sie sogar mit 0:40 zurück und konnte auch das 6:6 nicht mehr verhindern. Steiner konnte in dieser Phase von Glück reden, wieviele Gelegenheiten ihre Gegnerin gegen Matchende fahrlässig hat liegen lassen.
Somit hieß es nach weit über drei Stunden Spielzeit bereits zum dritten Mal: Entscheidung im Tiebreak. Hier witterte Steiner nun ihre Chance, nachdem sie mehrfach in diesem Satz kurz vor dem Aus stand. Diesmal sollte sie es sein, die beim Seitenwechsel einen vermeintlich komfortablen 5:1-Vorsprung vorweisen konnte. Ihre Gegnerin wehrte sich noch einmal nach Kräften, aber mehr als aus 3:5 bzw. 4:6 zu verkürzen, war für Di Girolami in diesem Tiebreak nicht mehr drin. Somit blieb der Belgierin am Ende nichts anderes übrig, als den hart erkämpften Sieg ihrer Gegnerin neidlos anzuerkennen, während sie wohl selbst mit ihren vergebenen Chancen im dritten Satz hadern dürfte.