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Seidel wirft Kalinskaya in Berlin aus der Qualifikation

Von wegen Lospech ! Ella Seidel hat für die bisher größte Überraschung bei den Berlin Tennis Open by HYLO gesorgt. Die 20-jährige hat in der ersten Runde der Qualifikation direkt die topgesetzte Anna Kalinskaya nach Hause geschickt. In einer äußerst umkämpften Partie mit einer Spielzeit von zwei Stunden und 15 Minuten setzte sich die Hamburgerin dank einer tollen Aufholjagd nach dem verlorenen ersten Satz mit 4:6, 6:4 und 7:6(6) durch und zog somit in die morgige Finalrunde der Qualifikation ein.

Dort könnte bereits der nächste große Name auf Seidel warten. Die in der Weltrangliste etwas abgerutschte Griechin Maria Sakkari muss ebenso wie Kalinskaya, die Nummer 28 der Welt, in Berlin den Weg durch die Qualifikation gehen. Ihre Auftaktgegnerin dort ist die Schweizerin Rebeka Masarova. Eine der beiden wird es morgen mit der Hamburgerin zu tun bekommen.

Zunächst verlief die Partie zwischen Seidel und Kalinskaya ziemlich holprig. Insgesamt fünf Breaks in den ersten sieben Spielen brachten der Nummer eins der Setzliste den kleinen Vorteil, den sie ab dem Spielstand von 4:3 zu ihren Gunsten nutzen konnte und den ersten Satz mit 6:4 für sich entscheiden konnte. Im zweiten Durchgang schien die Messe schnell gelesen, nachdem Kalinskaya gleich die ersten beiden Aufschlagsspiele ihrer Gegnerin durchbrechen und auf 3:0 davonziehen konnte.

Im Gefühl des sicheren Sieges dachte die haushohe Favoritin wohl nicht mehr, dass ihre Gegnerin ihr noch groß etwas entgegen zu setzen hat. Doch weit gefehlt. Seidel holte sich beide Aufschläge postwendend zurück und sicherte sich eine zwischenzeitliche 4:3-Führung. Euphorisiert von dieser gelungenen Aufholjagd sicherte sich die 21-jährige bei eigener 5:4-Führung drei Breakbälle bei Aufschlag ihrer Gegnerin, die gleichbedeutend mit drei Satzbällen waren. Im zweiten Versuch vollendete Seidel dann dieses Unterfangen zum Satzausgleich.

Auch der dritte Satz glich einer wahren Achterbahnfahrt. Zunächst holte sich Kalinskaya den Breakvorsprung zum 3:2, wenig später lag sie hingegen 3:5 zurück und die Deutsche schnupperte bereits an der Sensation. Sowohl bei 5:3 als auch bei 5:4 fehlten ihr jeweils nur zwei Punkte zum Matchgewinn. Beide Male aber kam die Nummer eins der Setzliste zurück und glich zum 5:5 aus. Wenige Minuten später war klar: hier muss der Tiebreak die Entscheidung herbeiführen.

Nachdem dort die ersten beiden Punkte jeweils an die Rückschlägerin gingen, gaben sich beide lange Zeit keine Blöße mehr und hielten ihr Service konstant. Dies führte dazu, dass der erste Matchball in dieser Partie an Kalinskaya ging, die mit 6:5 in Führung ging. Nervenstark wie die Hamburgerin ist, ließ sich sich nicht aus der Ruhe bringen und glich zum 6:6 aus, womit es zum zweiten Mal in diesem Tiebreak zum Seitenwechsel ging.

Auch danach blieb alles weiter in der Reihe. Seidel holte sich den Punkt zum 7:6, welcher gleichbedeutend mit dem ersten Matchball ihrerseits war. Diesmal aber sollte die Serie der Punktgewinne bei eigenem Aufschlag reißen. Mit 8:6 ging der Tiebreak an die 21-jährige, der in diesem Moment möglicherweise noch gar nicht klar war, was sie soeben vollbracht hat. Ihre Gegnerin wird sich fragen müssen, wie es sein kann, dass man als haushohe Favoritin so einen vermeintlich großen Vorsprung im zweiten Satz noch verspielen kann.


Turnier: WTA Berlin 2025

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