Seidel beendet lang anhaltende Niederlagenserie
Die vor kurzem zu Ende gegangene Rasensaison zählte nicht gerade zu den Highlights in der Karriere von Ella Seidel. Bei vier Turnieren gelang ihr gerade mal ein einziger Erfolg in der ersten Qualifikationsrunde beim WTA 250-Turnier in 's-Hertogenbosch gegen die US-Amerikanerin Claire Liu. Ansonsten dürfte die 22-Jährige ganz froh darüber gewesen sein, als der grüne Rasen für diese Saison endlich der Vergangenheit angehörte. Doch auch der Wechsel auf Hartplatz benötigte bei Seidel einige Anlaufzeit.
Und so kam es, dass die Hamburgerin mit einer Serie von sechs Niederlagen in Folge und insgesamt neun Niederlagen aus den letzten zehn Partien beim WTA 125-Turnier in der polnischen Hauptstadt Warschau anreiste. Die erste dieser genannten neun Niederlagen gab es im übrigen beim W75-Turnier in Zagreb, als Seidel das Finale gegen Erika Andreeva verlor. Dieser Erfolg war gleichzeitig ihr bisher größter in diesem Jahr.
Als an Nummer zwei gesetzte Spielerin traf Seidel heute in der ersten Runde in Warschau auf die Ungarin Dalma Galfi. Die 27-Jährige belegt aktuell Platz 159 in der Weltrangliste und liegt somit über 50 Plätze hinter der Deutschen. Da Hartplatz als bevorzugter Belag der 22-Jährigen gilt, war man gespannt, ob es ihr diesmal endlich gelingen würde, ihre Negativserie der letzten Wochen endlich beenden zu können. Ihr erster Versuch auf diesem Belag vor vier Wochen bei einem W50-Turnier in Portugal gegen die Finnin Anastasia Kulikova ging gehörig schief. Auch in der ersten Runde beim WTA-Turnier in Prag gab es für Seidel gegen die Ukrainerin Daria Snigur nichts zu holen.
Heute jedoch sollte es endlich einmal wieder Grund zur Freude für die Hamburgerin geben. In der Partie gegen Galfi konnte sich Seidel auf ihren starken Aufschlag verlassen. Nur einmal ließ er sie im Stich, als es ihrer Gegnerin im ersten Satz gelang, zu null zum 2:2 auszugleichen. Am Ende stellte sich dieser Spielgewinn lediglich als kleine Ergebniskosmetik heraus. Allgemein konnte die Ungarin Seidel kaum in Bedrängnis bringen, so dominant war heute das Auftreten der Deutschen über die gesamte Partie hinweg. Gerade einmal 65 Minuten standen beide auf dem Platz, dann hatte die 22-Jährige ihren Platz im Achtelfinale von Warschau sicher und folgte somit ihrer Landsfrau Noma Noha Akugue, die bereits gestern ihr Ticket unter die letzten 16 gelöst hatte.
Dort geht es für Seidel entweder gegen die Tschechin Gabriela Knutson oder die Belgierin Sofia Costoulas um den Einzug ins Viertelfinale. Im vergangenen Jahr hatte die Hamburgerin in Warschau ebenfalls im Viertelfinale gestanden, insofern hätte sie mit einem weiteren Erfolg ihre Punkte aus dem Vorjahr bereits verteidigt und könnte danach den Blick in Richtung Top 100-Rückkehr werfen.
Turnier: WTA Warschau 2026