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Seibold mit begeisterndem Comeback in Triest

Mit einer Aufholjagd, wie man sie selten sieht, hat sich Emily Seibold beim W35-Turnier im italienischen Triest das Ticket für das Viertelfinale gesichert. Die 25-jährige besiegte nach einem beinahe historischen Fehlstart ihre um über 100 Plätze in der Weltrangliste höher positionierte Gegnerin Iva Primorac mit 0:6, 7:6(8) und 7:5. Mehrfach stand die Spielerin des TC Blau-Weiß Vaihingen-Rohr dabei vor dem Aus, am Ende aber jubelte nach 222 denkwürdigen Minuten die Deutsche.

Dabei erwischte Seibold zunächst einen rabenschwarzen Tag. Mit 0:6 und 0:2 lag die 25-jährige bereits gegen die Kroatin zurück und wohl niemand hätte mehr einen Pfifferling auf sie in dieser Partie gegeben. Auch den kleinen Hoffnungsschimmer, der nach dem ersten Break zu ihren Gunsten aufkam, machte Primorac postwendend zunichte. Doch wer Seibold kennt, der weiß, dass diese niemals die Flinte ins Korn werfen würde, auch nicht bei einem vermeintlich eindeutigen Spielstand von 0:6 und 1:3.

Tatsächlich kämpfte sich die 25-jährige in die Partie zurück und holte sich erneut das Break, das sie sich diesmal auch nicht mehr nehmen ließ. Stattdessen war es nun sie, die auf einmal gegen Satzende mit Break in Führung lag. Der zwischenzeitliche 5:4-Vorsprung genügte jedoch nicht, um den Satz mit eigenem Aufschlag zu beenden. Auch einen weiteren Aufschlagverlust der Kroatin konnte Seibold nicht zum Satzausgleich nutzen und somit ging es im zweiten Satz in den Tiebreak.

Dieser gestaltete sich über lange Strecken komplett ausgeglichen. Keiner Spielerin gelang es, sich einen entscheidenden Vorsprung herauszuspielen und so war es die Deutsche, die sich bei 6:5 ihren ersten Satzball sicherte. Nachdem jedoch Primorac bei eigenem Aufschlag beide Punkte für sich verbuchen konnte, sah sich Seibold erstmals einem Matchball gegenüber. Diesen wehrte sie nicht nur mit eigenem Aufschlag ab, sie sicherte sich in der Folge sogar ihren zweiten Satzball. Doch auch dieser verfehlte sein aus deutscher Sicht erhofftes Ziel. Erst mit dem Punktverlust der Kroatin zum 8:9 aus ihrer Sicht holte sich Seibold den entscheidenden Vorsprung und sicherte sich so den 7:6(8)-Satzgewinn.

Beflügelt von der gelungenen Aufholjagd erwischte die 25-jährige im dritten Durchgang den deutlich besseren Start. Doch die Freude über das erste Break im letzten Satz hielt nicht lange. Primorac schlug gleich doppelt zurück und glich nicht nur zum 2:2 aus, sondern ging zudem nach einem weiteren Aufschlagverlust Seibolds mit 3:2 in Führung. Zwei Breaks in später sorgte die Kroatin dann für die vermeintliche Entscheidung, als sie bei 4:3 ihr Aufschlagsspiel halten konnte und auf 5:3 davonzog.

Was danach geschah, hätte zu diesem Zeitpunkt wohl keiner für möglich gehalten. Ab diesem Moment gelangen Primorac sage und schreibe nur noch zwei Punktgewinne. Zunächst hielt Seibold ihr Spiel zu 15, danach folgte der Ausgleich mit einem Break zu null. Und so ging es auch danach weiter. Bei 5:5 gewann die Deutsche zunächst ihr Aufschlagsspiel zu null, nur um sich danach zu 15 das vierte Spiel in Folge zu sichern und so den 0:6, 7:6(8) und 7:5-Erfolg nach einem großen Kampf über sage und schreibe drei Stunden und 42 Minuten klarzumachen.

Nachdem sie heute mit Primorac die an Nummer acht gesetzte Spielerin aus dem Turnier geworfen hat, darf sich Seibold morgen mit einer ungesetzten Spielerin messen. Die Italienerin Jennifer Ruggeri besiegte im Achtelfinale mit der an Nummer vier gesetzten Lea Boskovic ebenfalls eine Kroatin und trifft nun im Viertelfinale auf die 25-jährige.

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