Marie Vogt ist die Königin von Lima
Marie Vogt hat es endlich geschafft. Bei ihrer sechsten Finalteilnahme auf der Profitour hat sie sich erstmals den Turniersieg gesichert. Beim W15-Turnier in Lima besiegte sie im heutigen Endspiel die Schweizerin Marie Mettraux nach verlorenem ersten Satz mit 3:6, 6:2 und 6:3 und besiegte zudem damit ein für allemal der Finalfluch, der an ihr insbesondere in den letzten beiden Wochen haftete. Der erste Titelgewinn der sympathischen Spielerin aus dem Remstal ist nun endlich unter Dach und Fach und man kann sich sicher sein, dass dies bei weitem nicht der einzige bleiben wird.
Was für eine Reise von Marie Vogt in den letzten drei Wochen! Drei Finals, ein Turniersieg, 35 Weltranglistenpunkte und als i-Tüpfelchen noch der erstmalige Einzug in die Top 500 in der Weltrangliste, auch wenn dieser erst am 29. Dezember offiziell wird. Lange hatte man sich im Laufe dieses Jahres gefragt, wohin die Reise der ehemaligen Deutschen U18-Meisterin gehen würde, nachdem sie insbesondere in der ersten Saisonhälfte Mühe hatte, ihre Ergebnisse aus dem Vorjahr zu bestätigen. In den letzten Wochen hat sie die richtige Antwort darauf gegeben. Aufgrund ihrer Ausbeute, die sie aus Peru mit nach Hause bringt, muss man aus heutiger Sicht letztlich konstatieren, dass die Urbacherin mit ihrem dreiwöchigen Trip nach Südamerika alles richtig gemacht hat.
Denn nun hat Vogt nicht nur ein neues "career high", nach ihrem relativ schwachen Saisonauftakt hat sie in den ersten fünf Monaten des kommenden Jahres gerade einmal insgesamt 20 Punkte zu verteidigen. Darunter befinden sich unter anderem zwei 1er und zwei 2er-Wertungen, also nichts, was ihr schlaflose Nächte bereiten dürfte, sollte sie ihre Form über den Jahreswechsel hinweg konservieren können.
Auch ihr heutiges Match gegen ihre Schweizer Doppelpartnerin war genauso wenig ein Selbstläufer wie das Aufeinandertreffen der beiden in der letzten Woche, als Vogt sogar einen Matchball im dritten Satz abwehren musste, um noch ins Viertelfinale einzuziehen. Wie damals ging auch heute der erste Satz verloren und wie damals gewann die frischgebackene ITF-Turniersiegerin den zweiten Satz in einer Deutlichkeit, bei der man davon ausgehen hätte können, dass der dritte Satz nur noch Formsache für die 20-Jährige sei.
Immerhin verlief diesmal der letzte Satz etwas entspannter als noch beim Achtelfinaldrama vor zehn Tagen. Zwar musste man befürchten, nachdem sie eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben hatte, dass sich das Match doch noch zugunsten ihrer Kontrahentin drehen könnte, doch mit einem Break direkt zur erneuten 3:2-Führung machte Vogt deutlich, dass der 21. Dezember 2025 ihr Tag sein sollte. Zwar gelang es Mettraux noch einmal, auch diesen Rückstand postwendend zu egalisieren, doch mit ihrem dritten Break in diesem Satz stellte die Linkshänderin endgültig die Weichen auf Sieg. Genau genommen auf Turniersieg Nummer eins. Herzlichen Glückwunsch!