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Laura Siegemund: die nächsten WTA Finals kommen bestimmt

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Laura Siegemund

Gut zwei Monate ist es her, da überraschte Laura Siegemund die Tennis-Welt, als sie beim WTA 1000-Turnier in Doha in der Doppelkonkurrenz an der Seite einer alten Bekannten meldete. Mehr als zwei Jahre nach ihrem letzten Auftritt, der mit dem Titelgewinn bei den WTA Finals 2023 in Cancun endete, stand sie erstmals wieder gemeinsam mit Vera Zvonareva auf dem Platz. Was man zunächst als einmalige Angelegenheit vermutete, entwickelt sich seitdem zu einer echten Erfolgsgeschichte - Ende offen!

Bereits bei ihrem zweiten Auftritt in Dubai stand das Erfolgsduo früherer Tage schon wieder im Endspiel. Zum ersten Titel seit ihrer Wiedervereinigung sollte es zwar nicht reichen, dennoch war bereits hier zu erkennen, warum die Deutsche an der Seite dieser Partnerin aufblüht und es im Gegensatz dazu bei all den anderen Versuchen in den vergangenen gut zwei Jahren nicht so harmonisierte, wie es eigentlich hätte sollen. Weder an der Seite von Barbora Krejcikova noch Beatriz Haddad Maia oder auch Sofia Kenin konnte die 38-Jährige so aufblühen wie zu ihrer gemeinsamen Zeit mit Vera Zvonareva. Alexander Zverev beschrieb seine Erfahrungen mit Siegemund im Mixed beim United Cup einmal mit "I just enjoy the show". Oder anders ausgedrückt: ich schlag einfach auf, steh hinten und lass die vorne am Netz rumwuseln. Der Erfolg mit dem Titelgewinn 2024 gibt ihm ohne Frage recht.

Und so ist es auch wenig verwunderlich, dass die Erfolgsgeschichte von Laura Siegemund und Vera Zvonareva auch in diesen Tagen ein neues Kapitel erhält. Als ungesetztes Team waren sie beim WTA 1000-Turnier in Madrid an den Start gegangen, mittlerweile finden sich beide im Halbfinale wieder. In der zweiten Runde gegen die an Nummer eins gesetzten Italienerinnen Sara Errani und Jasmine Paolini lagen beide nach verlorenem ersten Satz im zweiten schon hoffnungslos zurück, nur um am Ende doch noch im Matchtiebreak zu triumphieren und den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen.

In ihrem heutigen Duell gegen die beiden Indonesierinnen Aldila Sutjiadi und Janice Tjen war das Ausscheiden zwischenzeitlich eigentlich schon ausgemachte Sache. Nachdem der erste Satz mit 7:5 an die Indonesierinnen ging und Siegemund im zweiten Satz ihren Aufschlag zum 1:2 verlor, nahmen die Dinge unweigerlich ihren Lauf. Bis zum 3:5 aus ihrer Sicht gelang es ihr und ihrer Partnerin nicht, diesen Rückstand zu egalisieren. Im Gegenteil. Bei 3:5 und Aufschlag Zvonareva hieß es auf einmal 30:40, aufgrund der No-ad-Regel gleichbedeutend mit zwei Matchbällen für ihre Gegnerinnen aus Fernost. Glücklicherweise gelang es Zvonareva am Ende doch noch, ihre weiße Weste zu behalten und zum 4:5 zu verkürzen.

Damit war die erste Gefahr gebannt, die zweite sollte jedoch noch folgen. Diesmal servierten die Indonesierinnen zum Matchgewinn, doch auch sie sahen sich einem 30:40 gegenüber, was ihren Gegnerinnen aus heiterem Himmel zwei Möglichkeiten bescherte, um zum 5:5 auszugleichen. Nachdem die erste Möglichkeit vertan wurde, stellte sich nun bei Einstand die Frage: Matchgewinn oder 5:5-Ausgleich? Es sollte der 5:5-Ausgleich sein. Siegemund und Zvonareva waren schon mausetot, doch auf einmal lag das Momentum so auf ihrer Seite, dass die logische Folge nur der 7:5-Satzgewinn sein konnte, durch den die Entscheidung in den Matchtiebreak vertagt wurde.

Hier knüpften Siegemund und Zvonareva exakt dort an, wo sie im zweiten Satz aufgehört hatten. Eine schnelle 3:0-Führung mit einer aufgedreht wirkenden Siegemund war die Folge, doch allen Beteiligten war klar, dass damit noch überhaupt nichts entschieden war. Drei Punkte später wechselte man tatsächlich bei 3:3 die Seiten. Dennoch erspielten sich die Weltmeisterinnen von 2023 weiterhin Vorteile. Eine zwischenzeitliche 6:3-Führung konnte man immerhin mit 7:5 zum nächsten Seitenwechsel retten. Dennoch sollte es am Ende noch ein kleiner Nervenkrimi werden, als aus einem 8:5 das 8:8 wurde und somit beide Parteien nur zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt waren.

Am Ende sollten ein schwacher Return bei Aufschlag Zvonareva und eine Vorhand cross von Siegemund auf die Linie gesetzt reichen, um die Partie doch noch für sich zu entscheiden. So knapp sich das 10:8 auch anhört, Tatsache ist, dass das siegreiche Duo den kompletten Matchtiebreak über nicht ein einziges Mal in Rückstand geraten ist, egal wie hoch auch ihre Führungen waren, die sie zwischenzeitlich verspielt hatten.

Im Halbfinale geht die Reise der beiden nun entweder gegen Andreeva/Shnaider oder die an Nummer acht gesetzten Perez/Schuurs weiter. Unabhängig des Ausgangs dieser Partie wird man Siegemund und Zvonareva auch in Rom wieder gemeinsam auf dem Platz stehen sehen und beide sollten auch in Roland Garros gemeinsam am Start sein. Denn nach den Leistungen in den letzten Wochen kann es für beide in diesem Jahr nur ein Ziel geben: die Teilnahme an den WTA Finals in Riad. Zwar haben sich seit 2023 die Qualifikationskriterien geändert (anstelle der Top 8 nur die Top 7 und eventuell ein Grand Slam-Siegerduo, das nicht in den Top 7 steht), doch dass sie beide Kriterien erfüllen können, haben sie bereits in der Vergangenheit bewiesen. 2020 mit dem US Open-Titel und 2023 mit dem Last-minute-Sprung auf den siebten Platz im Doubles Race.


Turnier: WTA Madrid 2026

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