Korpatsch mit unfassbarem Comeback gegen Efremova
Ursprünglich hatte Tamara Korpatsch überlegt, nach ihren Erfolgen in La Bisbal d'Emporda und Rom auf eine Teilnahme beim WTA 125-Turnier in Paris zu verzichten und sich stattdessen auf ihre Teilnahme am Hauptfeld in Roland Garros vorzubereiten. Letztlich hatte sie sich doch anders entschieden, was am Ende zur Folge hatte, dass sie sogar den Gang durch die Qualifikation nehmen musste, da sie den direkten Sprung ins Hauptfeld knapp verpasst hatte, da sie bei Meldeschluss in der Weltrangliste noch außerhalb der Top 100 stand. Am Ende sollte sich diese Entscheidung auszahlen.
Dabei hatte man lange das Gefühl, als wäre es für die Hamburgerin doch besser gewesen, auf einen Start in der französischen Haupstadt zu verzichten. Zweimal musste Korpatsch einen Tag vor ihrem 31. Geburtstag in ihrem Qualifikationsduell gegen die französische Wildcardspielerin Ksenia Efremova im ersten Satz ihren Aufschlag abgeben, was zur Folge hatte, dass dieser mit 6:3 an die Lokalmatadorin ging.
Auch im zweiten Satz war keine Besserung im Spiel der 30-Jährigen in Sicht. Efremova dominierte die Partie beinahe nach Belieben, während Korpatsch sich gedanklich schon mit ihrer Rückfahrt in die Hansestadt befassen konnte. Mit 3:6, 1:5 und 30:30 lag die deutsche Top 100-Spielerin bei Aufschlag ihrer Gegnerin bereits zurück und für so manchen Fan konnte das Ende in diesem Moment wohl nicht schnell genug kommen. Doch auf die 3:6, 1:6-Klatsche wartete man letztlich vergebens. Efremova gelang es nicht einmal, sich einen Matchball zu erspielen, stattdessen musste sie zusehen, wie ihr das Match nach und nach aus den Händen glitt und die eigentliche mausetote Tamara Korpatsch sich Spiel für Spiel zurück in die Partie kämpfte.
Beim Stande von 4:5 servierte die Deutsche zum Ausgleich, doch erneut fehlten ihrer Gegnerin lediglich zwei Punkte, um doch noch das Match in zwei Sätzen erfolgreich zu beenden. Auch diesmal sollten der Französin die Nerven versagen. Nicht nur dieses Spiel ging noch verloren, wenig später sah sie sich sogar einem Breakrückstand gegenüber, da Korpatsch einfach nicht aufhörte, sich Spiel um Spiel einzuverleiben. Am Ende war es der zweite Satzball der Hamburgerin, der das nicht mehr für möglich gehaltene 7:5 perfekt machte.
Dieser Satzverlust nagte merklich an der Französin, insbesondere nachdem sie zu Beginn des dritten Satzes zwei Breakchancen zur eigenen 2:0-Führung liegen hat lassen und somit dem Lauf der Hamburgerin kein Ende setzen konnte. Die wiederum brachte sich mit einem Break zum 2:1 auf die noch kurz zuvor weit entfernte Siegerstraße. Auch im weiteren Verlauf des dritten Satzes hielt sich die 30-Jährige schadlos und ließ nicht mal mehr eine Breakchance zu. Im Gegenteil: mit einem weiteren Aufschlagverlust Efremovas zum zwischenzeitlichen 2:5 aus ihrer Sicht war die Messe am Ende gelesen. Mit ihrem ersten Matchball feierte Korpatsch ihren nicht mehr für möglich gehaltenen Hauptfeldeinzug verbunden mit dem Gewinn von sechs hart erkämpften Weltranglistenpunkten, wobei dies wohl das letzte war, woran sie in diesem Moment gedacht hat.
Ihre mögliche Gegnerin in der ersten Hauptrunde wird erst nach Ende der letzten Qualifikationspartie ermittelt. Zur Auswahl stehen Wildcardspielerin Clara Burel, die ehemalige US Open-Siegerin Sloane Stephens, die an Nummer sieben gesetzte Ukrainerin Yuliia Starodubtseva und die an Nummer fünf gesetzte Abu Dhabi-Siegerin Sara Bejlek. Letztlich wird es für Korpatsch wohl zweitrangig sein, wer ihr in ihrer nächsten Partie gegenübersteht. Sollte sie nach Paris gereist sein, um ihre Comebackqualitäten zu testen, so kann man ihr attestieren, dass diese noch komplett intakt sind. Wer weiß, wann sie sie das nächste Mal benötigt.
Turnier: WTA Paris 2026