Korpatsch im Viertelfinale von Ostrava
Da haben sich die beiden Freilose für die erste Runde alles andere als ausgezahlt. Tamara Korpatsch hat mit einem souveränen Erfolg über die an Nummer zwei gesetzte Kolumbianerin Emiliana Arango das Viertelfinale beim WTA 250-Turnier in Ostrava erreicht. Die 30-Jährige siegte nach einer Spielzeit von einer Stunde und 35 Minuten mit 6:3 und 6:4 und sorgte somit dafür, dass beide topgesetzte Spielerinnen nach ihrem ersten Auftritt direkt die Koffer packen können. Bereits am Dienstag war die Nummer eins der Setzliste, Tatjana Maria, an der US-Amerikanerin Katie Volynets gescheitert.
Im Viertelfinale am Donnerstag trifft die Hamburgerin nun auf die an Nummer sechs gesetzte US-Amerikanerin Catherine McNally. Diese hatte schon gestern ihr Ticket für die Runde der letzten acht durch einen Sieg über die Tschechin Tereza Martincova gelöst. Durch ihren heutigen Erfolg kehrt Korpatsch wieder unter die Top 120 der Welt zurück und darf sich somit weiterhin berechtigte Hoffnungen darauf machen, auf den Gang in die Qualifikation in Roland Garros verzichten zu können, insbesondere da sie den Großteil ihrer Punkte erst in der zweiten Jahreshälfte zu verteidigen hat.
Obwohl sie auf dem Papier als klare Außenseiterin in das heutige Match gegen die Kolumbianerin gegangen war, hatte man der Hamburgerin dennoch gute Chancen ausgerechnet, den Platz als Siegerin verlassen zu können. Gleich zu Beginn der Partie bestätigte sie diese Vorschusslorbeeren, indem sie direkt mit 3:0 in Führung gehen konnte. Die Freude über den vermeintlich komfortablen Vorsprung hielt jedoch nicht lange. Postwendend gelang auch Arango ein Break und so wurde aus dem 3:0 ein 3:3. Korpatsch allerdings behielt in dieser Phase die Ruhe und dank eines weiteren Aufschlagverlusts der Kolumbianerin holte sich die 30-Jährige am Ende den Satz mit 6:3.
Duplizität der Ereignisse dann im zweiten Satz. Wieder verlor Arango ihr erstes Aufschlagsspiel und wieder gelang ihr wenig später der 3:3-Ausgleich. Die Hamburgerin, die sich in den letzten Wochen mental gefestigt präsentierte, nutzte im weiteren Verlauf ihren ersten Breakball, der sich ihr beim Stande von 4:4 bot und holte sich so den wichtigen 5:4-Vorsprung. Damit ergab sich für sie die Möglichkeit, selbst zum Matchgewinn auszuservieren. Am Ende war es dann der zweite Matchball, der Korpatsch den Einzug ins Viertelfinale einbrachte. Gegen McNally am Donnerstag wird es für die 30-Jährige mit Sicherheit nicht einfacher.
Das Ausscheiden der an Nummer zwei gesetzten Arango ist ein weiteres Indiz dafür, dass die WTA das Ranking dadurch verfälscht, indem sie direkt in der Woche nach einem Grand Slam-Turnier eines der Kategorie WTA 500 ansetzt, bei dem dann erwartungsgemäß von der Weltelite keine Spielerin antritt. Für niedriger klassierte Spielerinnen mag dies zwar die Chance sein, auch einmal bei solch höherdotierten Turnieren weit zu kommen, nur führt das eben wie in dieser Woche dazu, dass Spielerinnen auf einmal in der Setzliste Positionen einnehmen, die nicht ihrem eigentlichen Leistungsstand entsprechen. Darunter leiden dann am Ende die anderen Turniere. Was auch immer man sich in Ostrava mit den beiden ungewöhnlichen Freilosen erhofft hatte, eine ausgesprochene Rasenspezialistin und eine Finalistin eines schwach besetzten WTA 500-Turniers war es mit Sicherheit nicht.
Turnier: Ostrava 2026