Korpatsch erreicht erstmals dritte Runde eines Grand Slams
Nächster Meilenstein in der Karriere von Tamara Korpatsch. Die Hamburgerin steht erstmals in der dritten Runde eines Grand Slam-Turniers und das im stolzen Alter von 31 Jahren. Möglich machte sie dies durch einen hart erkämpften 6:2, 2:6 und 6:3-Erfolg über die an Nummer 32 gesetzte Chinesin Xinyu Wang. Ende des ersten Satzes hatte es Kontroversen zwischen beiden gegeben, als die Schiedsrichterin einen Ball von Wang kontrollierte und den Punkt an Korpatsch gab. Wang war mit der Entscheidung jedoch nicht einverstanden und ging selbst unerlaubterweise auf die andere Seite des Platzes und lieferte sich dort eine völlig sinnlose Diskussion mit ihrer Gegnerin. Folgerichtig kassierte die Chinesin für dieses Verhalten eine Verwarnung.
Nach der Partie verweigerte Korpatsch, die sichtlich genervt vom Verhalten ihrer Gegnerin war, den Handschlag und lieferte sich eine ausgiebige Diskussion mit der Chinesin. Der Freude der Hamburgerin dürfte dies letztlich keinen Abbruch getan haben. Seit Jahren kämpft sie darum, endlich einmal in der Weltrangliste dort zu stehen, wo sie aufgrund ihres Könnens eigentlich auch hingehört. Mit dem erstmaligen Einzug in die dritte Runde hat sie nun vorerst zumindest die Rückkehr in die Regionen sicher, in denen sie sich nach ihrem Turniersieg in Cluj einst befunden hatte.
Einen einzigen Sieg ist die 31-Jährige nun noch entfernt, um in der Weltrangliste so hoch zu klettern wie sie bislang noch nie stand. Für den erstmaligen Einzug in die Top 50 müsste sie zwar ins Viertelfinale einziehen, doch selbst mit einem Platz unter den Top 60 dürfte Korpatsch nach Ende dieses Turniers zufrieden sein. Schließlich sollte man nicht vergessen, dass es gerade einmal sechs Wochen her ist, als es ihr gelang, in die Top 100 zurückzukehren, aus denen sie im August 2024 gefallen war.
Die Chancen, tatsächlich erstmals das Achtelfinale eines Grand Slam-Turniers zu bestreiten, stehen nicht gerade zum besten, schaut man sich an, wer aller Voraussicht nach ihre kommende Gegnerin sein wird. Die an Nummer sieben gesetzte Ukrainerin Elina Svitolina befindet sich bereits seit Monaten wieder in bestechender Form und gilt bei vielen als klare Mitfavoritin, wenn es um die Vergabe des Titels in Roland Garros in diesem Jahr geht. Um überhaupt eine kleine Chance zu haben, diese Hürde zu meistern, müsste Korpatsch schon ihr allerbestes Tennis auspacken und selbst dann wäre nicht gewährleistet, dass es am Ende auch zu einer Sensation, denn nicht weniger wäre ein deutscher Erfolg über die Ukrainerin, reicht.
Siege wie der heutige von Korpatsch gegen Wang sind es, was das deutsche Tennis dringend benötigt, um in der Öffentlichkeit endlich wieder mehr wahrgenommen zu werden. Wenn regelmäßig spätestens für alle Deutschen nach der zweiten Runde bei den Grand Slam-Turnieren Schluss ist, finden diese medial faktisch nicht statt. Bis Deutschland die nächste Angelique Kerber hervorbringt, wird noch einige Zeit vergehen. Aktuell würde es schon reichen, ein paar Spielerinnen zu haben, denen es gelingt, die "Großen" ab und zu zu ärgern. So wie es Korpatsch eben heute getan hat.
Turnier: Roland Garros 2026