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Immer wieder Laura Siegemund

Sie ist die Lebensversicherung im deutschen Frauentennis und das trotz ihrer 38 Lebensjahre, die sie mittlerweile auf dem Buckel hat. Ohne Laura Siegemund würde es in der erweiterten Tennis-Weltspitze mau aussehen aus deutscher Sicht. Wie so oft in den letzten Monaten ist es auch beim WTA 1000-Turnier in Rom die Schwäbin, die als letzte Spielerin die deutschen Farben im laufenden Wettbewerb vertritt. Und damit ist etwa nicht die Doppelkonkurrenz gemeint, in der sie ohnehin im schwarz-rot-goldenen Team eine Ausnahmestellung genießt.

Die Weltrangliste lügt nun mal nicht und dort erscheint von oben nach unten gelesen als erster Name mit nebenstehender deutscher Flagge auf Platz 46 Laura Siegemund. Damit liegt sie aktuell lediglich 19 Positionen hinter ihrem Bestwert aus ihrer Glanzzeit aus den Jahren 2016/17, als sie es bis auf Platz 27 geschafft hatte, ehe ein Kreuzbandriss ihren Angriff auf die Top 20 zunichte machte. Damals wurde sie sogar als Geheimfavoritin auf den Titel in Roland Garros gehandelt. Wie weit sie tatsächlich gekommen wäre, lässt sich leider nicht erahnen.

Wie wichtig Siegemund für das deutsche Frauentennis ist, lässt sich beim Blick auf die vergangenen großen Turniere erkennen. Sowohl in Indian Wells, als auch in Miami und Madrid konnte die 38-Jährige als einzige deutsche Vertreterin überhaupt ein Match im Hauptfeld für sich entscheiden. Gleiches ereignete sich bereits wenige Wochen zuvor bei den Australian Open, bei denen ohne Siegemund schon ab der zweiten Runde komplett der Ofen aus gewesen wäre.

In Rom konnten Tatjana Maria und Eva Lys die Erstrundenflaute der anderen Deutschen glücklicherweise beenden, nur die deutsche Nummer eins, die musste natürlich noch eins draufsetzen und sich nicht mit dem Erreichen der zweiten Runde begnügen. Dabei spielte ihr die Auslosung immens in die Karten. Gegen Ekaterina Alexandrova absolvierte Siegemund von gut zwei Jahren bei den Australian Open ihr wahrscheinlich bestes Match auf Hartplatz in ihrer gesamten Karriere. Mit 2:4 hatte sie damals bereits im dritten Satz hinten gelegen, hatte Breakbälle zum 4:5 gegen sich und doch konnte sie sich am Ende gegen eine starke Gegnerin im abschließenden Matchtiebreak mit 11:9 durchsetzen. Der Jubel nach dem Match sagt eigentlich alles über die Spielerin Laura Siegemund aus und über das, was ihr dieser Sieg bedeutete.

Kein Wunder also, dass Alexandrova zu den heimlichen Lieblingsgegnerinnen der deutschen Nummer eins zählt. Und so war es in der gestrigen Partie eigentlich mehr verwunderlich, dass Siegemund einen Satz gegen die Nummer 14 der Welt verlor, als dass sie am Ende den Platz als Siegerin verließ. Nur sieht man bei ihr leider häufig, dass das nächste Match nach so einem großen Erfolg gerne in die Hose geht. Maddison Inglis kann dies genauso bezeugen wie auch Storm Hunter, wobei beide Australierinnen gegen Siegemund den Vorteil des einheimischen Publikums im Rücken genossen. Diesen hat Karolina Pliskova morgen mit Sicherheit nicht.

Viele mögen sich verwundert die Augen reiben, wenn sie erkennen, wie man in diesem für einen Tennisprofi weit fortgeschrittenen Alter immer noch mit der Weltspitze Schritt halten kann. Für das deutsche Tennis kann man hingegen nur hoffen, dass die Schwäbin der Sportart auch nach ihrer Karriere in irgendeiner Funktion erhalten bleibt. Von ihr kann sich der Nachwuchs abschauen, was man braucht und was man mitbringen muss, um eine ähnlich erfolgreiche Profikarriere hinzulegen. Den Finger in die Wunde hat sie ja bereits nach dem erneuten Abstieg der deutschen Tennisdamen in Regionalgruppe II beim Billie Jean King Cup gelegt. "Das ganze Jahr über trainieren wir so gut wie kein Doppel und wenn es darauf ankommt, wissen wir nicht, wie man es spielt." war ihre Meinung zu der Tatsache, dass alle verlorenen Duelle in besagter Woche durch Niederlagen im Doppel zustande kamen. Vielleicht wird es eines Tages ihre Aufgabe sein, dafür zu sorgen, dass diese Defizite im deutschen Team beseitigt werden.


Turnier: WTA Rom 2026

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