Game over in Antalya
Der Krieg gegen den Iran hat nun auch unmittelbare Auswirkungen auf den Tennissport. Die ITF verkündete heute auf ihrer Webseite, dass die ab dem 8. März geplanten Masters World Championships, die in der Türkei stattfinden hätten sollen, abgesagt sind. Da die Sicherheit aller Beteiligten bei dieser Veranstaltung aufgrund des Geschehens im Nahen Osten nicht gewährleistet werden kann, ist man übereingekommen, dass solch ein Event in der aktuellen Situation nicht in der Türkei ausgetragen werden kann.
Doch nicht nur die Masters World Championships sind betroffen, auch beim W15-Turnier in Antalya fühlt man sich heute an den 13. März 2020 zurückerinnert. Damals wurden alle für diesen Tag angesetzten Matches aufgrund der grassierenden Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt. Die Folge davon war eine monatelange Zwangspause des Spielbetriebs, der erst im August wieder aufgenommen wurde.
Selbiges geschah auch heute beim laufenden W15-Turnier in Antalya. Eigentlich hätten aus deutscher Sicht Eva Marie Voracek und Joelle Steur ihre Achtelfinalbegegnungen bestreiten sollen, doch für beide hat die Arbeitswoche ein abruptes Ende genommen. Der weitere Spielbetrieb wurde storniert, so dass sowohl Voracek als auch Steur mit einem Weltranglistenpunkt abreisen müssen, da auch in der kommenden Woche kein Turnier in Antalya stattfindet.
Ob die Zwangspause so lange dauert wie einst zu Coronazeiten, kann zum heutigen Tag niemand vorhersehen, Fakt ist jedoch, dass alle für diesen Monat geplanten Turniere in Antalya bereits gestrichen wurden. Leidtragende der Absage der kommenden Woche ist unter anderem Laura Böhner, die eine halbe Stunde, nachdem sie ihren Flug nach Antalya gebucht hatte, erfuhr, dass das dortige Turnier kurzfristig doch nicht stattfindet.
Während man also bei der ITF auf Nummer sicher geht und einen Bogen um den Nahen Osten macht, scheint die WTA hingegen keine Anstalten zu machen, ihre in dieser und in der kommenden Woche geplanten WTA 125-Turniere am selben Austragungsort abzusagen. Der Spielbetrieb geht aktuell weiter wie üblich und auch das Turnier in der kommenden Woche soll wie geplant stattfinden. Als Außenstehender kann man die unterschiedliche Handhabung zwar nicht verstehen, doch es wird sich schon jeder etwas dabei gedacht haben, warum er auf seine Weise so verfährt.
Im Sinne des Sports und viel mehr noch im Sinne der Menschen, die unter der aktuellen Situation im Iran und in den angrenzenden Staaten leiden, ist zu hoffen, dass sich die Lage so schnell wie möglich entspannt und endlich wieder Frieden herrscht in einer Region, in der es ohnehin schon seit Jahrzehnten an allen Ecken und Enden brodelt. Give peace a chance.