Es geht voran!
Der Porsche Tennis Grand Prix 2026 geht ab heute ohne deutsche Beteiligung im Einzel über die Bühne. Mit Laura Siegemund und Eva Lys waren gestern abend die letzten beiden verbliebenen Deutschen aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Ärgerlich dabei ist für die deutschen Fans, dass ausgerechnet die beiden Achtelfinals am Mittwoch angesetzt wurden, an denen die Deutschen beteiligt waren. Zumindest eins von beiden hätte man heute ansetzen können.
Auch wenn ab jetzt nur noch Spielerinnen anderer Nationen um den Porsche kämpfen, so ist aus deutscher Sicht beim Porsche Tennis Grand Prix dennoch ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen. Erstmals nach vielen Jahren haben es nicht nur zwei deutsche Spielerinnen ohne Wildcard ins Hauptfeld geschafft, beide konnten zudem ihre Erstrundenpartien für sich entscheiden und dabei ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen. Dass die direkte Hauptfeldteilnahme mitunter daran lag, dass das Feld bei weitem nicht so stark besetzt war wie in früheren Jahren, kann man Laura Siegemund und Eva Lys ja schlecht ankreiden.
2025 waren exakt wie in diesem Jahr fünf deutsche Spielerinnen im Hauptfeld. Neben den vier Wildcardempfängerinnen Laura Siegemund, Tatjana Maria, Jule Niemeier und Eva Lys gesellte sich auch noch Ella Seidel als Lucky Loserin zu diesem deutschen Quartett hinzu. Auch damals standen zwei deutsche Spielerinnen im Achtelfinale, allerdings war dies dem Umstand geschuldet, dass es zum Auftakt zwei rein deutsche Duelle gab. Diesmal lauteten die Gegnerinnen der beiden siegreichen Deutschen Viktoriya Tomova und Paula Badosa.
In der Qualifikation gelang es in diesem Jahr zwar der an den Start gegangenen Deutschen, sich für das Hauptfeld zu qualifizieren, dafür feierten gleich drei Deutsche ihre Premiere beim Porsche Tennis Grand Prix. Die beiden Wildcards wurden wie erwartet mit Eva Bennemann und Julia Stusek an zwei Spielerinnen des Porsche Talent Teams vergeben, nachdem Bennemann in die Qualifikation nachrückte, ohne eine Wildcard zu benötigen, ging diese mit Victoria Pohle an die amtierende deutsche U18-Meisterin vom TEC Waldau.
Für eine Überraschung in Form eines Einzugs in die zweite Qualifikationsrunde reichte es für keine der drei Starterinnen, dennoch lässt sich konstatieren, dass sich alle drei ordentlich geschlagen haben. Eva Bennemann hatte in ihrer Partie gegen die US-Amerikanerin Alycia Parks sogar Chancen, zumindest einen Satzgewinn zu verbuchen, letztlich war es die größere Erfahrung ihrer Gegnerin, die ihr dies verwehrte. Angesichts der von allen dreien gezeigten Leistungen wäre es jedenfalls nicht verwunderlich, wenn man dieses Trio auch im kommenden Jahr beim Porsche Tennis Grand Prix wieder auf dem Platz sehen würde.
Auch die Fans hatten am ersten Turniertag ihre Freude mit dem deutschen Nachwuchstrio. Keine der drei ließ es sich trotz der Niederlage nehmen, nach der Partie noch zahlreiche Autogramme zu schreiben. Verglichen mit dem sonstigen Alltag des deutschen Nachwuchses dürfte dies bislang zu den Höhepunkten in der noch jungen Karriere der deutschen Nachwuchsspielerinnen gehören.
Der Weg von Eva Bennemann führt in der kommenden Woche zum W75-Turnier nach Chiasso in die Schweiz, bei dem zwar auch Victoria Pohle gemeldet hat, jedoch noch darauf hoffen muss, dass es für sie für die Teilnahme an der Qualifikation reicht. Julia Stusek hingegen zieht es wie so viele Deutsche im Moment nach Santa Margherita di Pula. Dort hat sie in der kommenden Woche sogar Chancen, direkt im Hauptfeld an den Start zu gehen. Oder anders ausgedrückt: der Alltag hat sie wieder.
Turnier: WTA Stuttgart 2026