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Eine kam durch

Der nächste Tiefschlag für das deutsche Frauentennis konnte gerade noch abgewendet werden. Nach der kurzfristigen Absage von Eva Lys und den beiden Auftaktniederlagen von Tatjana Maria und Ella Seidel war es wieder einmal Laura Siegemund vorbehalten, dafür zu sorgen, dass eines der größten WTA-Turniere nicht komplett ohne deutsche Beteiligung in die zweiten Runde geht. Allerdings bleibt zu befürchten, dass der hart erkämpfte Dreisatzsieg über die Kroatin Petra Marcinko das einzige Erfolgserlebnis in der Einzelkonkurrenz von Indian Wells für die deutschen Damen bleibt.

Ein Sieg in der nächsten Runde über die an Nummer neun gesetzte Ukrainerin Elina Svitolina kann man zwar nicht ganz ausschließen, dafür hat Siegemund in ihrer Karriere schlichtweg zu oft positiv überrascht, realistisch erscheint er jedoch nicht. Dabei erleben wir gerade Zeiten, in denen wir über jedes deutsche Erfolgserlebnis auf WTA-Ebene froh sein müssen. Da ist es dann auch egal, ob diejenige, die diesen Erfolg einfährt, am Anfang oder im Spätherbst ihrer Karriere steht.

"Es gibt viel zu tun". So lautete der Kommentar von Bundestrainerin Jasmin Wöhr, als sie auf ihren neuen Posten als Co-Trainerin des deutschen Billie Jean King Cup-Teams angesprochen wurde. Tatsächlich kann es auf vielen Ebenen nur noch aufwärts gehen. Im "World Cup of Tennis" hat man den Abstieg mittlerweile hinter sich und darf sich demnächst mit der Tenniselite aus Dänemark, Portugal und Schweden messen, um eventuell im kommenden Jahr wieder um den inoffiziellen Mannschaftsweltmeistertitel kämpfen zu können. Auf der WTA-Tour hingegen werden die Titel in aller Regelmäßigkeit ohne deutsche Beteiligung vergeben. Die "Queen of Queen's" machte da im vergangenen Jahr eine erfreuliche Ausnahme. Aber auch deren Tage auf der Profitour nähern sich langsam aber sicher dem Ende.

Zwangsweise richtet sich da der Blick daher auf den Nachwuchs. Da trifft es sich zudem gut, dass man im deutschen Billie Jean King Cup-Team mit Jasmin Wöhr nun eine Trainerin an Bord hat, die ansonsten für den Nachwuchsbereich zuständig ist und die somit auch die Stärken und Schwächen der einzelnen Spielerinnen kennt. Vielversprechende Talente, ohne immer und immer wieder dieselben Namen aufzuzählen, gibt es in Deutschland allemal, doch das alleine reicht noch längst nicht, um auch eine erfolgreiche Profikarriere hinzulegen. Andere Länder schlafen schließlich auch nicht und beim Blick auf Tschechien überkommt einen schon seit Jahren das Gefühl, dass die Talente dort auf den Bäumen wachsen.

Dennoch wünscht man sich für das deutsche Frauentennis, dass es in absehbarer Zeit doch wieder eine Spielerin geben wird, der der Durchbruch auf internationaler Ebene gelingt. Immerhin steht Tennis-Deutschland nicht mehr unter dem Druck, die "nächste Steffi Graf" suchen zu müssen, denn die "nächste Angelique Kerber" reicht da mittlerweile vollkommen aus, auch wenn wir gefühlt aktuell meilenweit davon entfernt sind. Es kommen auch wieder andere Zeiten. Hoffentlich bessere.


Turnier: WTA Indian Wells 2026

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