Eigelsbach-Wahnsinn in Wimbledon geht weiter
Die Sensation ist perfekt! Emily Eigelsbach steht im Viertelfinale der Juniorenkonkurrenz beim Grand Slam-Turnier in Wimbledon. Die 17-Jährige bezwingt sensationell die an Nummer drei gesetzte Tschechin Jana Kovackova in drei Sätzen mit 4:6, 7:6(3) und 6:4 und feiert somit einen der größten Erfolge in ihrer bisherigen Karriere. Kaum jemand hätte dies vor Beginn der Partie für möglich gehalten, doch Eigelsbach liefert in diesen Tagen zuverlässig und kontinuierlich ab.
Ihr Erfolg gegen die Junioren-Halbfinalistin in Roland Garros vor wenigen Wochen stand gegen Ende des zweiten Satz auf des Messers Schneide. Nach dem Gewinn des ersten Satzes erspielte sich Kovackova direkt zu Beginn des zweiten Satzes ein Break zur 1:0-Führung, welches sie trotz heftiger Gegenwehr bis zum Stand von 4:2 transportieren konnte. Nachdem sie es bei 4:3 verpasste, ihren Spielball zum 5:3 zu verwerten, witterte Eigelsbach ihre Chance und nutzte direkt den ersten sich ihr bietenden Breakball zum 4:4-Ausgleich.
Beide Spielerin gaben sich in der Folge bei eigenem Aufschlag keine Blöße, so dass bei 6:6 der Tiebreak darüber entscheiden musste, ob Kovackova sich das Ticket für das Viertelfinale sichert oder ob Eigelsbach weiter an der Sensation schnuppern darf. Tatsächlich nahm dieser einen etwas kuriosen Verlauf. Nachdem die Deutsche beide Punkte bei Aufschlag Kovackova für sich verbuchen und ihre Führung zum 3:0 ausbauen konnte, gab sie ihre beiden eigenen Aufschläge postwendend wieder ab und musste zusehen, wie aus einem komfortablen Drei-Punkte-Vorsprung bis zum Seitenwechsel ein 3:3 wurde.
Doch das Wort "einbrechen" kennt die Bad Kreuznacherin anscheinend nicht. Wenn nach dem Seitenwechsel eine Spielerin einen Einbruch erlitt, dann war dies allerhöchstens Kovackova, die tatsächlich vier Ballwechsel in Folge ohne Punktgewinn und somit auch den Satzverlust hinnehmen musste. Das Match war nun auf einmal ausgeglichen und die Sensation zum Greifen nah. Würde Eigelsbach tatsächlich das Unmögliche möglich machen?
Tatsächlich sah es zu Beginn danach aus, als sollte das Momentum sich nun komplett auf die Seite der Deutschen schlagen. Mit einem Break zu Satzbeginn stellte die 17-Jährige die Weichen in Richtung Matchgewinn, doch ganz so einfach sollte der Weg doch nicht werden. Bis zum Stand von 3:1 ging alles glatt für Eigelsbach, bei ihrem darauffolgenden Aufschlagsspiel beim Stande von 3:2 aber bewies Kovackova ein letztes Mal, warum mit der tschechischen Top-Juniorin immer zu rechnen ist. Ihren ersten Breakball zum Ausgleich hatte sie noch vergeben, wenig später war der 3:3-Ausgleich eingetütet. Und wieder stellte sich die Frage, wie die krasse Außenseiterin diesen Rückschlag verkraften würde.
Die Antwort darauf lieferte Eigelsbach postwendend. Obwohl Kovackova ihr darauffolgendes Aufschlagsspiel ohne große Mühe zum 4:3 verwerten konnte, ließ sich die 17-Jährige nicht aus dem Konzept bringen und stellte ihrerseits auf 4:4. Bei 30:0 und Aufschlag der Tschechin sah es nun so aus, als müsste Eigelsbach einen langen Weg gehen, wenn sie dieses Match am Ende doch noch für sich entscheiden wollte. Doch vier Punktgewinne in Folge kürzten diesen in Windeseile ab. Anstatt bei 4:5 gegen den Matchverlust aufschlagen zu müssen, hieß es nun "serving for the match". Für Kovackova schien dieser Aufschlagverlust einer zuviel gewesen zu sein. Zu null servierte die Deutsche ihr letztes Aufschlagsspiel aus und sorgte für unermessliche Freude im deutschen Lager, das heute nach dem Aus von Mariella Thamm im Einzelwettbewerb der Juniorinnen immer noch ein Eisen im Feuer hat.
Turnier: Wimbledon 2026