Doppelter Finaljubel bei deutschen Damen am Wochenende
Freude bei den deutschen Tennisfans. In dieser Woche finden auf der World Tennis Tour gleich zwei Finals mit deutscher Beteiligung statt. Dabei könnte es am Sonntag zu einer Premiere kommen. In der Karriere von Franziska Sziedat sucht man einen Einzeltitel auf Profiebene bislang vergeblich. Morgen könnte die 25-Jährige endlich ihren ersten Siegerpokal mit nach Hause nehmen. Auch Marie Vogt steht morgen wieder einmal in einem Endspiel. Ihr letztes Finale hatte sie am 21. Dezember vergangenen Jahres im peruanischen Lima bestritten und sich direkt die Siegestrophäe unter den Weihnachtsbaum gelegt.
Da die 2. Bundesliga an diesem Wochenende noch einmal spielfrei hat, dachte sich die 21-Jährige wohl, so ein Wochenende im ungarischen Szentendre wäre doch eine willkommene Abwechslung, ehe es in einer Woche wieder um Punkte auf der Anlage ihres Heimatvereins, dem TC Blau-Weiss Vaihingen-Rohr, geht. In ihrem heutigen Halbfinale gegen die an Nummer sieben gesetzte Kroatin Pia Lovric behielt Vogt mit 6:3 und 6:2 die Oberhand, wobei das Ergebnis deutlicher erscheint als es der Spielverlauf hergibt. So konnte die Deutsche ihrer Kontrahentin im Laufe der Partie, die insgesamt eine Stunde und 23 Minuten dauerte, zwar insgesamt sechsmal das Aufschlagsspiel abnehmen, diesen sechs Breaks stehen jedoch auch zwei Aufschlagverluste der 21-Jährigen gegenüber, zudem gingen zwölf der 17 Spiele entweder über Einstand oder endeten zu 30.
Am Sonntag trifft die an Nummer drei gesetzte Vogt nun beim W15-Turnier im Budapester Vorort auf die topgesetzte Slowakin Radka Zelnickova, die sich heute gegen ihre Landsfrau Irina Balus mit 7:5 und 6:3 durchsetzen konnte. Für Vogt wäre es erst der zweite Turniersieg auf Profiebene. Ihr bereits erwähnter Triumph in Lima war gleichzeitig ihre Titelpremiere.
Diese steht hoffentlich auch morgen für Franziska Sziedat an. Die Berlinerin hat sich im Laufe der Woche beim W15-Turnier im spanischen Oliva durch das Feld gekämpft und ist nun nur noch einen Schritt vom ersten Turniersieg entfernt. Ihre letzte Hürde auf dem Weg zum Ziel ist am Sonntag die an Nummer drei gesetzte Französin Jenny Lim, die heute überraschend die Topfavoritin Sara Dols mit 6:3 und 6:3 aus dem Wettbewerb warf. Sziedat selbst setzte sich in einem drei Stunden und 18 Minuten andauernden Marathon in drei Sätzen mit 6:4, 6:7(5) und 6:2 gegen die französische Juniorin Cindy Langlais durch, die sehnsüchtig in Paris zum Juniorinnenwettbewerb erwartet wird. Dabei hatte Sziedat im zweiten Satz bereits drei Möglichkeiten, um das Match glatt für sich zu entscheiden. Der Verlust des zweiten Satzes führte glücklicherweise nicht zu einem Einbruch, wie man ihn oft bei Spielerinnen nach einem ärgerlich verlorenen Satz wahrnimmt.
Ihr letztes Finale bestritt Sziedat vor fünf Wochen, als sie im südafrikanischen Pretoria nach verlorenem ersten Satz gegen Ksenia Smirnova aufgeben musste und so ihren ersten Turniersieg verpasste.