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Doch deutsches Duell zum Auftakt in Montréal

29 Optionen gab es für Laura Siegemund angesichts der Frage, gegen wen sie in der ersten Hauptrunde beim WTA 1000-Turnier in Montréal antreten könnte. Nur in zwei dieser Fälle wäre ein rein deutsches Duell zustande gekommen, in Zahlen ausgedrückt lag die Wahrscheinlichkeit hierbei bei nicht einmal sieben Prozent. Doch diese 6,89% reichten aus, um die 37-jährige in ein Duell mit einer ihrer Landsfrauen zu schicken. Immerhin erhalten die deutschen Tennisfans nun die Antwort auf die Frage, welche der beiden ins gehobene Tennisalter gekommenen deutschen Topspielerinnen sich aktuell in besserer Form befindet.

Denn in der ersten Runde geht es für Siegemund gegen keine geringere als die beinahe gleichaltrige deutsche Nummer eins Tatjana Maria. Somit treffen in Kanada auf Hartplatz zwei Spielerinnen aufeinander, die den größten Erfolg ihrer Karriere jeweils auf Rasen feiern konnten, wobei man im Falle von Siegemund darüber streiten kann, ob ein Viertelfinale in Wimbledon mehr wert ist als eines unter Corona-Bedingungen in Roland Garros. Ähnlich verhält es sich bei Maria, auch wenn bei ihr der Belag unstrittig ist. Sie stand zwar einst im Halbfinale von Wimbledon, dies gelang ihr jedoch in dem Jahr, in dem Spielerinnen aus den beiden Ländern der Aggressoren gegenüber der Ukraine ausgeschlossen waren. Da wiegt der Triumph im Queen's Club vor wenigen Wochen je nach Sichtweise eventuell etwas höher.

Das letzte Duell zwischen den beiden momentan erfolgreichsten deutschen Spielerinnen fand zuletzt beim WTA 250-Turnier im polnischen Warschau statt, als sich beide im Halbfinale gegenüber standen und untereinander ausspielten, wer von beiden sich im Finale eine Packung von der damals über allen anderen thronenden Iga Swiatek abholen darf. In einer spannenden Begegnung, die knapp an der Drei-Stunden-Marke kratzte, entschied letztlich das einzige Break im dritten Satz zugunsten der sieben Monate jüngeren Siegemund, die mit einem 5:7, 6:3 und 6:4-Erfolg ins Finale einzog, dort jedoch gegen die topgesetzte Swiatek komplett chancenlos war.

Die an Nummer sechs gesetzte US-Amerikanerin Madison Keys dürfte sich insgeheim einen Sieg von Maria wünschen, nachdem sie erst vor wenigen Wochen von ihrer Landsfrau in Wimbledon überrollt wurde und beim Gedanken daran mittlerweile hoffentlich keine Alpträume mehr bekommt. Sie wird in jedem Falle die nächste Gegnerin der Siegerin im deutschen Duell sein.

Solche Aufeinandertreffen sind wie immer ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist das Weiterkommen einer deutschen Spielerin garantiert, andererseits muss eine direkt nach der ersten Runde die Koffer packen. Gerade bei diesen Turnieren mit 32 Freilosen zum Auftakt für die Topspielerinnen wäre dies eine gute Gelegenheit für beide gewesen, um sich zumindest gegen eine etwas schwächere Gegnerin die 35 Auftaktpunkte zu sichern.

Diese Chance erhält nun zumindest Eva Lys. Die dritte Deutsche im Bunde bekommt es in der ersten Runde mit der Französin Leolia Jeanjean zu tun, die ihr Qualifikationsmatch am Samstag gegen die kanadische Wildcardspielerin Cadence Brace mit 6:1 und 6:3 gewinnen konnte. Sollte die hoffentlich wieder komplett genesene Lys diese Hürde meistern, träfe sie danach auf die an Nummer 27 gesetzte Anastasia Pavlyuchenkova. Über ein mögliches Drittrundenduell mit der an Nummer zwei gesetzten Wimbledonsiegerin Iga Swiatek sollte man sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch keine Gedanken machen.

Am Sonntag finden in Montréal lediglich 13 Erstrundenpartien statt. Die beiden Matches mit deutscher Beteiligung sind jedoch nicht darunter. Sie werden somit am Montag ausgetragen, da bereits ab Dienstag ausschließlich Partien der zweiten Runde geplant sind, immer natürlich vorausgesetzt, das Wetter macht den Veranstaltern keinen Strich durch die Rechnung.


Turnier: WTA Montréal 2025

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