Dickes Ausrufezeichen der Queen of Queen's in Birmingham
Tatjana Maria entwickelt sich immer mehr zu einem unbeschreiblichen Phänomen. Elf Monate im Jahr liefert sie Ergebnisse ab, die größtenteils kaum erwähnenswert sind, doch kaum lockt der grüne Rasen, explodieren die Leistungen der 38-Jährigen, als würde sie nur auf diesen einen Moment warten. Mit dem Start der Lexus Birmingham Open ist die letzte deutsche Wimbledon-Halbfinalistin auf ihren Lieblingsbelag zurückgekehrt. Die Konkurrenz sollte sich sicherheitshalber schon mal warm anziehen.
Ursprünglich sollte die erste Partie von Maria in Birmingham bereits am Dienstag über die Bühne gehen, doch das britische Wetter hatte etwas dagegen und so wurde ihr Match gegen die Tschechin Linda Fruhvirtova auf den heutigen Tag verlegt. Im Nachhinein wäre die sicher froh gewesen, sie hätte diese Begegnung schon gestern hinter sich bringen können. 57 Minuten lang durfte sie sich heute anschauen, wie man erfolgreich auf Rasen agiert, dann war das Match mit 0:6 und 1:6 aus ihrer Sicht bereits wieder beendet. Maria scheint exakt wieder in der Form zu sein, in der sie die Weltspitze im Queen's Club vor Jahresfrist das Fürchten lehrte.
Apropos Queen's Club. Dort werden sie langsam zittern, dass es die Titelverteidigerin aus Deutschland dank einiger Last-minute-Absagen doch noch auf direktem Wege ins Hauptfeld schafft. Eine Wildcard für das Hauptfeld, die sie ohne Frage verdient gehabt hätte, wurde ihr verweigert, da man diese lieber aus Spielerinnen aus dem eigenen Land vergibt. Im schlimmsten Falle aber droht dem Turnier kommende Woche, dass es komplett ohne die Titelverteidigerin auskommen muss, nämlich dann, wenn sie ihren sensationell begonnenen Lauf in Birmingham bis zum Ende fortsetzt.
Sollte Maria sich zum Zeitpunkt des Qualifying sign-ins, das in der Regel um 16 Uhr Ortszeit am Tag vor Beginn der Qualifikation stattfindet, noch in Birmingham im Wettbewerb befinden, würde sie automatisch von der Liste der Teilnehmerinnen an der Qualifikation gestrichen. Dies würde am Freitag geschehen. Der "special exempt spot", wie es ihn bei WTA 500-Turnieren gibt, würde im Falle der Bad Saugaulerin nicht greifen. Um diesen bei einem Turnier dieser Kategorie zu erhalten, muss man mindestens noch bei einem WTA 250-Turnier zugange sein. Das Erreichen einer späteren Runde bei einem WTA 125-Turnier hingegen qualifiziert eine Spielerin dafür nicht (WTA Rulebook, S. 67).
Mit der Häme, einer Titelverteidigerin die Turnierteilnahme verwehrt zu haben, müssten sich die Verantwortlichen der "HSBC Championships", so der offizielle Name des Turniers in London, herumschlagen. Für Tatjana Maria hingegen heißt es hingegen weiterhin ihre wenigen Wochen auf ihrem bevorzugten Untergrund zu genießen. Ihr nächstes potenzielles Opfer in Birmingham lautet Rebeka Masarova und kommt aus der Schweiz. Sollte es das Wetter gut mit dem Turnier meinen, findet diese Partie am Donnerstag statt. Hoffentlich hat sich die Schweizerin dann warm genug angezogen.
Turnier: WTA Birmingham 2026