Deutsches Aus bei United Cup endgültig besiegelt
Faktisch war es gestern bereits beschlossene Sache, mit den heutigen Resultaten der Partie zwischen den deutschen Gruppengegnern Polen und den Niederlanden ist nun auch das allerletzte Fünkchen Resthoffnung beseitigt. Deutschland scheitert erstmals seit drei Jahren wieder in der Gruppenphase des United Cup. Nach dem fulminanten 3:0-Auftaktsieg gegen die Niederlande machte man sich seine außerordentlich komfortable Ausgangsposition durch ein 0:3 gegen Vorjahresfinalist Polen zunichte und musste am Ende auf den Ausgang der Partien in anderen Gruppen hoffen. Diesmal war das Glück im Gegensatz zur ähnlichen Situation wie vor zwei Jahren nicht auf der Seite des deutschen Teams.
Dabei sah es selbst, nachdem die deutsche Niederlage gegen Polen bereits feststand, noch äußerst vielversprechend aus. Mit einem Sieg im abschließenden Mixed hätte man nicht nur auf 1:2 verkürzt, man hätte auch seine eigene Bilanz auf 4:2 Siege und 9:4 Sätze (im Falle eines nicht unwahrscheinlichen 2:0-Erfolgs) verbessert und so dafür gesorgt, dass es keine Konstellation geben würde, in der sowohl Tschechien als auch Australien die Möglichkeit gehabt hätten, am Ende besser als das deutsche Team abzuschneiden. Anders ausgedrückt: wären Siegemund und Zverev im Mixed ihrer Favoritenrolle gegen Jan Zielinski und Katarzyna Kawa gerecht geworden, stünden sie nun im Viertelfinale und träfen dort auf Belgien.
Zur Wahrheit gehört somit auch, dass Tschechien und Australien davon profitierten, dass sie bereits vor Beginn ihres direkten Duells wussten, welches Ergebnis dazu führen würde, dass am Ende beide ins Viertelfinale einziehen könnten. Dabei hatte Tschechien zudem noch den Vorteil, mit einer eigenen 1:2-Niederlage den Polen im Viertelfinale zu entkommen und trotzdem das Viertelfinalticket zu buchen.
Ärgerlich aus deutscher Sicht ist im Nachhinein, warum Alexander Zverev auf einen Einsatz im Mixed bestand, obwohl er selbst nicht müde wird zu betonen, dass er vom Doppelspielen überhaupt keinen Plan habe und er lediglich auf dem Platz stehe, um den Ball irgendwie ins gegnerische Feld zu spielen. Mit Kevin Krawietz stand eine wohl mehr als adäquate Alternative im deutschen Team bereit. Zwar verfügen Siegemund und er im Vergleich zur Paarung Siegemund/Zverev nicht über die Erfahrung, was gemeinsame Auftritte anbetrifft, dafür aber weiß Krawietz sehr wohl, wie man sich im Doppel zu bewegen hat. Und dass das polnische Duo an diesem Tag mehr als schlagbar war, wird wohl jeder, der diese Partie verfolgt hat, bestätigen können.
Aber wie es immer so ist: im Nachhinein sind alle schlauer. Daher heißt es nun abhaken und nach vorne schauen. Die Saison wird lange genug und bis zum nächsten United Cup sind es noch zwölf Monate. Zeit genug, um aus den Fehlern der diesjährigen Ausgabe zu lernen und die richtigen Konsequenzen zu ziehen.
Turnier: United Cup 2026