Direkt zum Inhalt

Deutsches Achtelfinalduell beim Stuttgarter Stadtpokal

Vollbepackt mit 16 Partien der ersten Hauptrunde ging heute der dritte Turniertag beim Stuttgarter Stadtpokal über die Bühne. Unter den 32 Spielerinnen, die am Mittwoch im Einsatz waren, befanden sich auch acht deutsche Akteurinnen, die angetreten waren, um sich das Ticket fürs Achtelfinale zu sichern. Darunter befand sich zudem ein rein deutsches Duell zwischen der 35-jährigen Mona Barthel und der 19-jährigen Victoria Pohle. Die große Überraschung blieb hierbei jedoch aus.

Dabei hatte Pohle einen absoluten Traumstart in dieses Match erwischt. Kurz nach ihrer schnellen 2:0-Führung hatte sie beimMona Barthel Victoria Pohle Stand von 2:1 und 40:0 drei Chancen, um ihre zu Beginn erlangte Führung wiederherzustellen, verpasste es allerdings, dieses Aufschlagsspiel nach Hause zu bringen und kassierte stattdessen den Ausgleich. In der Folge entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel, in dem des Öfteren die individuelle Klasse von Barthel den Ausschlag gab. Pohle hatte sich dennoch nichts vorzuwerfen. Die 19-Jährige kämpfte bis zum letzten Ball und kam im zweiten Satz von einem 1:5-Rückstand sogar noch bis auf 4:5 heran. Die 3:6 und 4:6-Niederlage konnte die Spielerin des TEC Waldau leider nicht mehr verhindern, dafür ist sie nun um die Erfahrung reicher, gegen eine ehemalige Nummer 23 der Welt gespielt zu haben.

Ein Erfolg der 19-Jährigen, die erst vor zwei Tagen ihren Geburtstag feierte, wäre ohne Frage die große Überraschung des Tages gewesen. Diese hätte es am Mittwoch aus deutscher Sicht beinahe im negativen Sinne gegeben. Tessa Brockmann traf hier auf die Liechtensteinerin Kathinka von Deichmann, eine erfahrene Spielerin, die an manchen Tagen schwer zu knacken ist. Dies musste auch die Schleswig-Holsteinerin erfahren, die einige Mühe hatte, überhaupt richtig ins Match zu finden.

Gleich das erste Aufschlagsspiel der 20-Jährigen ging verloren und nur mit viel Mühe gelang es ihr, mitten im ersten Satz diesen Rückstand wieder auszugleichen. Doch kaum hatte man darauf gehofft, dass die Dinge nun ihren erwartbaren Gang nehmen würden, schon musste man den nächsten Rückschlag in Form eines erneuten Breaks verkraften. Brockmann ließ sich davon ein weiteres Mal nicht unterkriegen und so war es am Ende der Tiebreak, der die Entscheidung in Satz eins bringen musste.

Tessa Brockmann Kathinka von DeichmannIn diesem agierte die Deutsche äußerst fehlerhaft, so dass es ein leichtes für von Deichmann war, um diesen Satz für sich zu entscheiden. 7:1 lautete das Ergebnis aus Sicht der Liechtensteinerin, die nun auf halben Wege war, die große Turnierfavoritin aus deutscher Sicht schon früh aus dem Turnier zu werfen. Doch ganz so einfach wollte es ihr ihre Gegnerin dann doch nicht machen. Deutlich präziser in den Schlägen und weitaus angriffslustiger präsentierte sich Brockmann im zweiten Durchgang. Wenig überraschend ging dieser dann auch mit 6:2 deutlich an die Schleswig-Holsteinerin.

So verblieb in dieser Partie nun die Frage: würde Brockmann, beflügelt von diesem Satzgewinn, den Sack vollends zumachen oder kommt von Deichmann in Satz drei noch einmal zurück und sorgt für die große Überraschung? Die Antwort hierauf ließ lange Zeit auf sich warten, denn es entwickelte sich eine umkämpfte Partie, die am Ende in beide Richtungen hätte ausgehen können. Der Knackpunkt in diesem Match war, nachdem sich Brockmann das Break zum 4:3 erkämpfte, dass sie das Spiel zum 5:3, bei dem sie einen Breakball gegen sich hatte, am Ende doch noch gewinnen konnte. So nutzte sie am Ende ihren ersten Matchball zum hart erkämpften 6:7(1), 6:2 und 6:4-Erfolg. Die Erleichterung darüber war der 20-Jährigen hierbei unschwer anzumerken.

Leider gibt es aus deutscher Sicht von diesem Tag keine weiteren Erfolgserlebnisse zu verkünden. Neben Victoria Pohle aus dem rein deutschen Duell mussten fünf weitere deutsche Spielerinnen, darunter drei Wildcardspielerinnen und zwei Qualifikantinnen die Segel streichen. Durch das morgen folgende Duell zwischen Mona Barthel und Tessa Brockmann ist zumindest das Viertelfinale mit deutscher Beteiligung gewährleistet. Zudem befinden sich noch jede Menge deutscher Spielerinnen im Doppelwettbewerb, dessen Viertelfinalpartien ebenfalls am Donnerstag ausgetragen werden.

Das Risiko der Preisgelderhöhung hat sich aus deutscher Sicht, zumindest was die Breite anbetrifft, in diesem Jahr nicht ausbezahlt. Dennoch liegt ein deutscher Turniersieg bzw. zumindest eine deutsche Finalteilnahme noch im Bereich des möglichen. Zudem ist der Rahmen, der rund um das Turnier geschaffen wurde, so gelungen, dass schon die Veranstaltung an sich es verdient hat, auch in den letzten Tagen des Turniergeschehens eine entsprechende Zuschauerresonanz zu erfahren.

Das Achtelfinale beim Stuttgarter Stadtpokal 2026:

Lisa Pigato (1) - Laima Vladson (Q)
Dalila Jakupovic - Maria Lourdes Carle (8)
Mona Barthel (4) - Tessa Brockmann
Julie Struplova - Alice Tubello (7)

Ekaterine Gorgodze (6) - Chloé Paquet
Nuria Parrizas-Diaz - Julia Riera (3)
Anastasiia Sobolieva - Ipek Oz (Q)
Petra Sedlackova (Q) - Marina Capurro Taborda

Bild oben: Mona Barthel (l.) und Victoria Pohle
Bild unten: Tessa Brockmann (l.) und Kathinka von Deichmann


Turnier: ITF S-Vaihingen 2026

Beitrag teilen