Deutsche Ü35-Damen liefern in Rom ab
Ein ereignisreicher Tag in Rom, der noch immer nicht zu Ende ist, sorgt für positive Stimmung bei den deutschen Tennisfans. Zwar musste Tamara Korpatsch heute in ihrer Partie gegen die Argentinierin Solana Sierra ihren Anstrengungen der letzten Tage Tribut zollen, dafür aber haben zwei deutsche Ladys gehobeneren Alters beim WTA 1000-Turnier in Rom für Furore gesorgt und stehen somit in der zweiten Runde des Sandplatzevents in der italienischen Hauptstadt.
Den Anfang machte am Morgen die 38-jährige Tatjana Maria. Die Bad Saulgauerin bekam es in der ersten Hauptrunde mit der Polin Magda Linette zu tun. Nun zählt Sand nicht wirklich zu den Lieblingsbelägen der Deutschen, doch für Linette schien dies zumindest an diesem Tag noch viel mehr zu gelten. Mit 6:0 und 6:3 wurde die Polin von Maria in gerade einmal einer Stunde und 18 Minuten abgefertigt. Mit diesem Verlauf dürfte nicht einmal die 38-Jährige gerechnet haben, die somit in der zweiten Runde auf die an Nummer 26 gesetzte Rumänin Sorana Cirstea trifft.
Wenige Stunden später sorgte erneut eine deutsche Altmeisterin für strahlende Gesichter im deutschen Lager. Laura Siegemund, ebenfalls 38 Jahre alt, stand in der ersten Runde der 20-jährigen Tschechin Sara Bejlek gegenüber, einer Gegnerin, der ohne Frage die Zukunft gehört, was sie unter anderem mit ihrem Turniersieg beim WTA 500-Turnier in Abu Dhabi vor wenigen Monaten unter Beweis stellte.
Doch die Zukunft ist nun mal nicht die Gegenwart, denn hier war es nicht Bejlek, die die Partie nach ihren Wünschen dominieren konnte, sondern Siegemund, die ihre Erfahrung in dieser umkämpften Begegnung geschickt ausspielte. Immer, wenn es in der Partie eng zu werden drohte, war die Deutsche mit der richtigen Antwort zur Stelle. Im ersten Durchgang verspielte die Schwäbin ihren Break-Vorsprung, so dass ihre Gegnerin zum 4:4 ausgleichen konnte, nur um ihr direkt danach das Aufschlagsspiel zu null abzunehmen und die Weichen auf Satzgewinn zu stellen.
Im zweiten Durchgang sah es lange Zeit danach aus, als sollte diesmal die Tschechin das bessere Ende für sich haben, doch so sehr sie sich auch um ein Break bemühte, was ihr auch gelang, postwendend fand Siegemund jedes Mal die passende Antwort und stellte den alten Abstand wieder her. Weder ihre Führung beim Stande von 3:1 noch die wenig später bei 4:2 konnte Bejlek halten und ins Ziel bringen. Stattdessen spielte Siegemund immer und immer wieder ihre Cleverness aus und konnte so auch diesen Satz am Ende mit vier Spielgewinnen in Folge umbiegen und so das Match mit dem zweiten Matchball für sich entscheiden.
In der nächsten Runde wartet auf Siegemund eine Gegnerin, die ihr liegen sollte. Gegen die an Nummer 14 gesetzte Ekaterina Alexandrova sorgte die 38-Jährige einst bei den Australian Open für Furore. Das deutsche Tennisherz hätte sicher nichts dagegen, wenn sie dies auch hier in Rom noch einmal wiederholen könnte. Schließlich warten ihre Fans auch sehnsüchtig auf ihr Siegerinterview in fließender Landessprache. Auf dem Außenplatz heute musste man leider darauf verzichten.
Turnier: WTA Rom 2026