Der nächste Stern am deutschen Tennishimmel
Die deutschen Nachwuchsspielerinnen sind momentan immer für eine Überraschung gut. Umso erfreulicher ist es, wenn ab und zu ein Name auftaucht, mit dem man bislang weniger in Berührung gekommen ist. Doch für das, was sich heute bei den TVN Open in Essen abgespielt hat, ist diese Formulierung deutlich untertrieben. Denn heute ist nicht nur ein neuer Name aufgetaucht, sondern es hat sich erstmals eine Spielerin in beeindruckender Weise ins Rampenlicht gespielt, wie man es zuvor noch selten erlebt hat.
Vier Wildcards durfte man bei diesem Turnier für das Hauptfeld ausgeben. Eine dieser vier ging an die erst 14-jährige Sophie Triquart, die für die Zehlendorfer Wespen startet und die in ihrer noch jungen Karriere noch kein einziges Match auf Profiebene bestritten hatte. Zu ihrem Debüt wurde ihr ihre Landsfrau Anna Petkovic zugelost, die in Essen an Nummer sieben gesetzt war. Vom Papier her war dies also eine klare Angelegenheit für die 20-jährige vom Club an der Alster.
Und so kam der Moment, an dem die 14-jährige den Platz zu ihrem Profidebüt betrat. Natürlich warteten alle anwesenden Zuschauer gespannt darauf, was die junge Debütantin der sechs Jahre älteren und wesentlich erfahreneren Petkovic entgegenzusetzen hätte. Doch was sie in den darauffolgenden 65 Minuten inklusive einer längeren Pause nach dem ersten Satz zu sehen bekamen, ließ sie am Ende sprachlos zurück.
Was Sophie Triquart in dieser Zeit auf dem Platz ablieferte, war nichts weniger als eine Demonstration von perfektem Damentennis. Obwohl sie nicht zu den allergrößten im Business gehört, zählt ihr präziser Aufschlag zu ihren absoluten Stärken. In der heutigen Partie gipfelte dies im zweiten Satz in einem Ass mit dem zweiten Aufschlag. Auch ansonsten brachte Triquart ihre Gegnerin mit ihren präzisen Grundlinienschlägen und ihrem variablen Spiel ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Was immer Petkovic in dieser Partie versuchte, ihre Gegnerin hatte immer die bessere Antwort parat.
Dabei hatte die 14-jährige schon früh ihrer Gegnerin den Zahn gezogen. Zu Beginn der Partie war sie es, der erstmals ein Break im ersten Satz gelang, wodurch sie mit 2:1 in Führung gehen konnte. Einzig in den wenigen Minuten danach durchlebte Triquart ihre einzige Schwächephase in diesem Match, als sie das einzige Mal ihr Aufschlagsspiel abgeben musste. Und nicht nur das. Ab dem 2:2-Ausgleich folgten sage und schreibe zehn Spiele in Folge, die allesamt auf das Konto der deutschen Nachwuchsspielerin gingen. Petkovic blieb ab diesem Moment nur noch die Rolle der Statistin, während ihre Gegnerin ihr Profidebüt nach allen Regeln der Kunst zelebrierte.
Am Ende stand ein eindeutiges 6:2 und 6:0 für die Zehlendorfer Wespe und alle Beteiligten, die diesem Schauspiel heute beiwohnten, waren sich sicher, dass hier eine große Karriere ihren Anfang genommen hat, sollte Triquart weiter auf diesem überraschend hohen Niveau für eine Spielerin ihres Alters agieren können. Ihre kommende Gegnerin dürfte sich in jedem Falle warm anziehen können, denn unabhängig, ob diese Danique Havermans oder Sonja Zhenikhova lautet, eine Duftmarke hat die 14-jährige mit ihrem heutigen Auftritt gesetzt und Anna Petkovic war zwar die erste, aber sie wird sicherlich nicht die letzte bleiben, die von Triquart zur Verzweiflung gebracht wird.
Turnier: ITF Essen 2025