Ceuca düpiert britische Top-Juniorin
Zu den Aufsteigerinnen des vergangenen Jahres zählt aus deutscher Sicht auch Ann Akasha Ceuca. Die 19-Jährige feierte 2025 beim W15-Turnier im türkischen Kayseri ihren ersten Titelgewinn und kletterte in der Weltrangliste hoch bis auf Platz 744, nachdem sie erst Ende März ins Ranking eingestiegen war. Auch im neuen Jahr scheint Ceuca an ihre starken Leistungen anknüpfen zu können. Zumindest die britische Juniorin Hannah Klugman dürfte momentan genug von der 19-Jährigen haben.
Das W15-Turnier in Oslo, bei dem insgesamt fünf deutsche Spielerinnen im Hauptfeld standen, schien nach den ersten Tagen keinen größeren bleibenden Eindruck aus deutscher Sicht zu hinterlassen. Mit Carolin Raschdorf, Carolina Kuhl und Qualifikantin Julia Hofmann mussten gleich drei Deutsche direkt in der ersten Runde die Segel streichen. Für Aufsehen sorgte dann jedoch der Auftritt der 15-jährigen Qualifikantin Isabella Abendroth, die sich gestern sensationell gegen die an Nummer drei gesetzte Schweizerin Katerina Tsygourova durchsetzen konnte und für den größten Erfolg in ihrer Karriere gesorgt hat.
Neben Abendroth gelang auch Ceuca der Sprung ins Achtelfinale. Sie bezwang in der ersten Runde die norwegische Wildcardspielerin Gabriella Eie und sah sich nun einem Duell mit der an Nummer sieben gesetzte britische Weltklasse-Juniorin Hannah Klugman gegenüber, die in der Weltrangliste aktuell Platz 653 belegt und somit knappe 100 Positionen höher klassiert ist als ihre deutsche Kontrahentin.
Von der Favoritenrolle, die Klugman in dieser Partie ohne Frage inne hatte, war jedoch zu Beginn kaum etwas zu erkennen. Zwar begann die Britin die Partie direkt mit einem Break zu ihren Gunsten, dann jedoch stabilisierte sich das Spiel von Ceuca, die dank vier Spielgewinnen in Folge die Weichen für den Gewinn des ersten Satzes stellte und diesen wenig später mit 6:2 eintütete. Nach einem frühen Break verbunden mit einer 2:0-Führung sah es so aus, als sollte die Partie sich zu einer klaren Angelegenheit zugunsten der 19-Jährigen entwickeln.
Doch weit gefehlt. Der frühe 2:0-Vorsprung war genauso schnell dahin, wie er gekommen war und Klugman war nun drauf und dran, selbst die Initiative in dieser Partie zu übernehmen. Zwei Breakchancen zur möglichen 3:2-Führung ließ sie jedoch ungenutzt und so blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Als es langsam in die entscheidende Phase des zweiten Durchgangs ging, packten beide ihre Stärken aus, was das Verwandeln von Breakchancen anbetrifft. Zunächst sorgte Ceuca für die vermeintliche Vorentscheidung mit dem Break zum 5:3, wenig später konterte Klugman ebenfalls mit ihrer ersten Breakchance zum 4:5 aus ihrer Sicht, nachdem ihre Gegnerin zwischenzeitlich nur noch zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt war.
Nachdem es der Britin wenig später nicht nur gelang, ihr eigenes Aufschlagsspiel erfolgreich ins Ziel zu bringen, sondern in der Folge zudem mit 6:5 bei eigenem Aufschlag in Führung zu gehen, sprach vieles dafür, als sollte die von Ceuca fast schon gewonnene Partie doch noch in Richtung ihrer Gegnerin kippen, die nach drei gewonnenen Spielen in Folge ohne Frage das Momentum nun auf ihrer Seite hatte. Doch die Deutsche ließ sich von diesem kurzen Negativlauf nicht aus der Bahn werfen, erspielte sich nochmals eine Breakchance und nutzte diese eiskalt, so dass am Ende der Tiebreak über den Satzausgang entscheiden musste.
Hier schenkten sich beide nicht viel, wobei es Ceuca bis einschließlich zum 5:5 nicht einmal gelang, selbst die Führung zu übernehmen. Mit 0:2, 2:5 und 3:5 lag sie zwischenzeitlich zurück, dennoch sollte sie es am Ende sein, die über den Gewinn des Tiebreaks, der gleichbedeutend mit dem Matchgewinn war, jubeln durfte. Eine Serie von vier Punktgewinnen in Folge zog der hochgehandelten Juniorin am Ende den Zahn und sorgte für den verdienten 6:2 und 7:6(5)-Erfolg der 19-jährigen Newcomerin, die somit weiterhin die deutschen Farben in Oslo vertreten darf und dies sogar gemeinsam mit der 15-jährigen Isabella Abendroth, die ebenfalls am Donnerstag den Sprung ins Viertelfinale geschafft hat.
Während die nächste Gegnerin von Abendroth aktuell noch ermittelt wird, kann sich Ceuca auf die nächste schwierige Aufgabe in Oslo einstellen. Am Freitag geht es für sie gegen die an Nummer zwei gesetzte Britin Amelia Rajecki. Sollte die beiden Deutschen ihre jeweiligen Viertelfinalpartien für sich entscheiden können, käme es am Samstag zu einem rein deutschen Aufeinandertreffen im Halbfinale.