Brune-Wahnsinn in Hurghada geht weiter
Es ist vollbracht! Emilia Brune steht im Endspiel des W15-Turniers von Hurghada und wird somit mit mindestens zehn Punkten in der am 14. September erscheinenden Weltrangliste erstmals auftauchen. Brune ist somit die dritte deutsche Spielerin seit August 2025, die mit ihrer ersten erzielten Wertung direkt den Sprung ins Ranking schafft. Vor ihr waren dies Tina Manescu mit 15 und Sophie Greiner mit zehn Punkten gelungen. Sollte Brune morgen in Hurghada den Titel holen, würde sie ebenfalls 15 Punkte auf dem Konto haben.
Dabei liegt hinter der 17-Jährigen, die mit einer Wildcard ins Hauptfeld gelangt war, ein hartes Stück Arbeit. Bis sie endlich über ihren Finaleinzug jubeln durfte, musste sie sich beinahe drei Stunden lang gegen eine zähe Gegnerin beweisen. Die an Nummer acht gesetzte Ukrainerin Kateryna Diatlova verlangte der Überraschungshalbfinalistin alles ab und war in dieser Partie selbst drauf und dran, sich das Finalticket zu sichern. Doch Brune fand immer, wenn es eng wurde, die richtige Antwort und ebnete sich so den Weg in ihr allererstes Endspiel in ihrer Karriere.
Schon früh war in dieser Begegnung abzusehen, dass Brune bei ihrer Halbfinalpremiere einen langem Atem beweisen müsste, wollte sie die Partie am Ende für sich entscheiden. Schnell war Diatlova mit 3:0 in Führung gegangen und auch im weiteren Verlauf des Satzes gab es zunächst keinerlei Anzeichen, als sollte die 17-Jährige Zugriff auf den Aufschlag der Ukrainerin erhalten. Beim Stande von 5:2 fehlten Diatlova nur noch zwei Punkte zum Satzgewinn, doch Brune rettete ihr Aufschlagsspiel und verkürzte so zum 3:5. Im letzten Moment war es dann soweit. Beim Versuch, den Satz bei eigenem Aufschlag einzutüten, sah sich die Ukrainerin zwei Breakchancen gegenüber und tatsächlich gelang es ihrer Kontrahentin mit der zweiten Chance zum 4:5 zu verkürzen.
So wendete sich nach und nach das Blatt. Aus dem ursprünglichen 5:2-Vorsprung Diatlovas wurde nicht nur ein 5:5, die Ukrainerin hatte wenig später sogar zum zweiten Mal in Folge das Nachsehen und musste zusehen, wie ihre Gegnerin sage und schreibe fünf Spielgewinne in Folge einsackte und sich den ersten Satz noch mit 7:5 sichern konnte. Somit war die 17-Jährige nur noch einen Satz vom Finaleinzug in Hurghada entfernt.
Ein Selbstläufer wurde die Partie jedoch in der Folge nicht. Trotz der Enttäuschung über den erlittenen Satzverlust blieb Diatlova weiter dran setzte die Deutsche kontinuierlich unter Druck. Dieser blieb in dieser Phase nichts anderes übrig als dabei zuzusehen, wie die Ukrainerin im zweiten Satz davon zog und diesen am Ende verdient mit 6:1 eintüten konnte. Somit musste die Entscheidung in dieser Begegnung im dritten Satz fallen. Das Momentum lag nun jedoch deutlich auf der Seite der Favoritin aus der Ukraine.
Diese legte zwar direkt mit einem Break los, musste jedoch schnell erkennen, dass die Gegenwehr von Brune bei weitem noch nicht gebrochen war. Mit dem direkten Rebreak machte die 17-Jährige ihrer Kontrahentin klar, dass sie sich noch lange nicht geschlagen geben würde. Als Diatlova ein weiteres Mal das Aufschlagsspiel ihrer Gegnerin durchbrechen konnte, wähnte sie sich, nachdem sie ihre Führung zum 4:2 ausbauen konnte, wohl schon auf der Siegerstraße. Was die Ukrainerin zu diesem Zeitpunkt wohl nicht ahnte: der Spielgewinn zum 4:2 sollte ihr letzter im gesamten Match bleiben. Wie schon im ersten Satz drehte Brune Mitte des Satzes auf und sorgte mit einer Serie von drei Spielgewinnen für die eigene 5:4-Führung. Damit fehlte ihr nur noch ein einziger Spielgewinn zum Finaleinzug.
Diesem kam sie im darauffolgenden Aufschlagsspiel Diatlovas langsam näher. Beim Stand von 30:40 hatte Brune erstmals die Chance, das Match für sich zu entscheiden. Ihr erster Matchball sollte jedoch noch nicht genügen, um ihren Einzug ins Finale perfekt zu machen, stattdessen kam ihre Gegnerin noch einmal auf und besorgte sich die Chance, zum 5:5 auszugleichen. Doch das Schicksal meint es in dieser Woche gut mit der 17-jährigen Hessin. Anstatt die Entscheidung im Tiebreak fürchten zu müssen, gelangen dem zukünftigen Weltranglistenneuling drei Punktgewinne in Folge, umso ihren Sieg nach einer Spielzeit von zwei Stunden und 49 Minuten perfekt zu machen.
Damit schreibt Emilia Carlotta Brune, wie sie mit vollständigem Namen heißt, in dieser Woche beim W15-Turnier in Hurghada ihre ganz eigene Geschichte, die erst im Finale morgen ihr Ende finden wird. Die einzige Frage, die sich noch stellt, ist, ob es am Ende sogar zum ersten Titelgewinn ihrer Karriere reichen wird. Bedenkt man, dass es immer noch einige ältere deutsche Spielerinnen gibt, die bis heute auf ihren ersten Turniersieg warten, kann man die Leistung der 17-Jährigen gar nicht hoch genug bewerten.