Brand schockt georgischen Routinier in Darmstadt
Ob Sofia Shapatava den Namen Victoria Brand im Vorfeld des Turniers von Darmstadt jemals gehört hat, lässt sich nur mutmaßen. Tatsache ist jedoch, dass die Georgierin den Namen der 16-jährigen Nachwuchsspielerin nicht mehr so schnell vergessen wird. Als klare Favoritin ist routinierte 37-Jährige in die Erstrundenpartie gegen das deutsche Nachwuchstalent gegangen, am Ende stand für sie ein bitterböses 3:6 und 0:6 zu Buche. Das hätte sich Shapatava mit Sicherheit auch nicht träumen lassen.
In einer rasanten Begegnung, die die Stundenmarke nur knapp überschritten hat, erwischte die Favoritin aus Georgien den besseren Start und erspielte sich, nachdem es zu Beginn zu drei Breaks in Folge gekommen war, dank eines eigenen Aufschlaggewinns die 3:1-Führung. Was weder Shapatava noch ihre Gegnerin zu diesem Zeitpunkt ahnen konnten: Der Spielgewinn zum 3:1 war gleichzeitig der letzte der 37-Jährigen in der gesamten Partie. Die darauffolgenden fünf Spiele, die zum 6:3-Satzgewinn für die 16-Jährige führten, verbuchte Brand allesamt für sich und das, ohne einmal über Einstand gehen zu müssen.
Im zweiten Satz wurden die Spiele zwischen beiden zwar etwas umkämpfter, der Ausgang hingegen blieb immer derselbe. Den letzten Spielball in der Partie hatte Shapatava direkt bei ihrem ersten Aufschlagsspiel, danach konnte sie nur noch zusehen, wie ihre Gegnerin sich bei eigenem Aufschlag keine Blöße mehr gab und sie selbst damit beschäftigt war, einen Breakball nach dem anderen abzuwehren, solange bis das Break für Brand am Ende doch zustande kam.
Für die 16-Jährige ist der Einzug ins Halbfinale von Darmstadt ohne Frage ihr bislang größter in ihrer noch sehr jungen Karriere. Das Tennis International ist erst das vierte Profiturnier, an dem Brand teilnimmt, doch bereits zu Beginn ihrer Profikarriere im vergangenen Jahr hat die Schleswig-Holsteinerin auf sich aufmerksam gemacht, als sie direkt bei ihrer Premiere in Kaltenkirchen drei Runden in der Qualifikation erfolgreich überstand und danach gegen Landsfrau Philippa Färber in der ersten Hauptrunde drauf und dran war, bei ihrem ersten Turnier direkt ihren ersten Weltranglistenpunkt einzufahren.
Dies wäre ihr beinahe wenig später in der Qualifikation des Ladies & Gents Cups in Hamburg auch fast gelungen. Hier hätten es sogar direkt gleich zwei Punkte sein können, doch ärgerlicherweise unterlag die damals 15-Jährige der Tschechin Amy Sucha in der ersten Qualifikationsrunde mit 5:7 im dritten Satz. Lediglich bei ihrem ersten Profieinsatz in diesem Jahr vor wenigen Wochen in Stuttgart-Vaihingen war sie gegen ihre Landsfrau Luisa Meyer auf der Heide beim 2:6 und 3:6 chancenlos.
Der Blick von Brand richtet sich nun nach vorne auf ihr kommendes Achtelfinalmatch am Donnerstag. Dort steht ihr entweder die ukrainische Qualifikantin Anastasiia Firman oder die an Nummer vier gesetzte Koreanerin Sohyun Park gegenüber. Die Partie dieser beiden wird am heutigen Nachmittag über die Bühne gehen. Am Abend folgt für die 16-Jährige dann noch die von gestern auf heute verschobene Doppelpartie an der Seite ihrer Landsfrau Francesca Parcelli. Ihre Gegnerinnen sind keine geringeren als die beiden Geheimfavoritinnen auf den Doppeltitel in Darmstadt, die 20-jährige Josy Daems und ihre vier Jahre ältere Partnerin Laura Böhner.
Turnier: ITF Darmstadt 2026