Bennemann übersteht nächstes Matchball-Drama in Hechingen
Dank eines erneuten Kraftakts hat sich Eva Bennemann bei den CTS Hechingen Ladies Open das Halbfinalticket gesichert. Einen Tag nach ihrem spektakulären Comeback gegen die Schwedin Kajsa Rinaldo Persson, gegen die sie im Laufe der Partie zwei Matchbälle abwehren musste, setzte sie im Viertelfinale gegen die kroatische Qualifikantin Tena Lukas noch einen drauf und verließ am Ende erneut als Siegerin den Platz. Der Jubel der 18-Jährigen glich einer Mischung aus Freude und Erleichterung.
Auch in ihrer dritten Partie in Hechingen startete Bennemann zunächst mit einem Satzverlust in die Partie. Bereits gegen Josy Daems benötigte die 18-Jährige lange, um in die Partie zu finden, erst ab dem zweiten Satz war sie präsent und konnte diese Partie noch in drei Sätzen für sich entscheiden. Deutlich dramatischer ging es dann gestern im Match gegen die Schwedin Rinaldo Persson her. Diesmal verlor Bennemann Satz eins mit 5:7 und lag im zweiten Satz ebenfalls schon mit 1:4 zurück, ehe ihre Gegnerin wohl im Gefühl des sicheren Sieges einen Gang herunterschaltete und prompt die Konsequenz dafür erhielt. Da passte es auch ins Bild, dass Rinaldo Persson keinen ihrer beiden Matchbälle beim Stand von 5:4 nutzen konnte. Nachdem es Bennemann tatsächlich gelang, in Sätzen auszugleichen, wirkte die Schwedin sichtlich angefressen und gönnte sich im dritten Satz eine Verletzungspause, ehe sie bei 2:5 dann endgültig aufgab.
Als ob das Achtelfinale nicht schon dramatisch genug gewesen wäre, legte Bennemann im Viertelfinale gegen die Kroatin Tena Lukas in puncto Spannung und Dramatik noch einmal nach. Der "obligatorische" verlorene erste Satz endete diesmal mit 2:6, danach sah es jedoch so aus, als hätte die Deutsche endlich ins Spiel gefunden. Doch die zwischenzeitlich herausgespielte 4:2-Führung der 18-Jährigen musste diese schneller hergeben als es ihr lieb war. Nach drei Spielverlusten in Folge stand sie beim Stand von 4:5 aus ihrer Sicht kurz vor dem Aus. Lukas fehlte lediglich noch ihr eigenes Aufschlagsspiel, das ihren 6:2 und 6:4-Erfolg unter Dach und Fach gebracht hätte.
Doch die Mission Halbfinaleinzug der Kroatin scheiterte relativ schnell. Bei 30:30 fehlten ihr noch zwei Punkte, doch anstelle eines Matchballs bot sich für Bennemann doch noch die einmalige Chance, in der Partie zu bleiben. Mit Begeisterung feierte das zahlreich erschienene Publikum den darauffolgenden Punktgewinn der Deutschen, die so zum 5:5 ausgleichen konnte und wieder mitten in der Partie war. Die Freude über das realisierte Break hielt leider nicht lange. Zwei Spielbälle zum 6:5 verpufften erfolglos, ihre Gegnerin hingegen ließ sich bei erster Gelegenheit nicht lange bitten. Somit stand Bennemann erneut vor der Aufgabe, Lukas das Aufschlagsspiel abnehmen zu müssen, um zumindest noch den Tiebreak zu erreichen.
Auch hier ging es ähnlich spannend zur Sache wie in den letzten Aufschlagsspielen in diesem Satz zuvor. Bei 3:3 wurden die Seiten gewechselt, wenig später fehlten Lukas erneut nur zwei Punkte zum Matchgewinn. Doch was immer die Kroatin auch versuchte, um endlich über die Ziellinie zu gelangen, ihre Gegnerin fand immer die richtige Antwort und agierte zudem in dieser Phase faktisch fehlerlos. So mochte Lukas am Ende ihren Augen nicht trauen, als es tatsächlich nach einem 5:7 im Tiebreak aus ihrer Sicht in einen dritten Satz ging.
Hier hatte man zu Beginn den Eindruck, als würde Bennemann das Match nun vollends auf ihre Seite ziehen können. Ein Break zu Beginn brachte ihre eine zunächst beruhigende Führung ein, die sie bis zum 4:2 auch halten konnte. Ein etwas fahrlässiges Aufschlagsspiel bei 4:3 kostete sie jedoch ihren Vorsprung und so kam, was kommen musste: ihre Gegnerin ging mit 5:4 in Führung. Nun war natürlich Alarmstufe Rot angesagt. Würde es der 18-Jährigen nicht gelingen, ihr Aufschlagsspiel erfolgreich ins Ziel zu bringen, wären ihre ganzen Anstrengungen, die am Ende drei Stunden und 20 Minuten lang waren, völlig umsonst gewesen. Und tatsächlich nahm das Unheil nun seinen Lauf. 30:40, damit erster Matchball Lukas. Doch die verzieht und setzt die Rückhand zu lang ins Aus. Nach einem vergebenen Spielball folgte aufgrund eines Doppelfehlers von Bennemann Matchball Nummer zwei für die Kroatin, doch wieder geriet die Rückhand zu lang. Lukas sollte sogar noch eine Chance erhalten, doch diesmal war es die Vorhand, die die Kroatin verzog und somit wurde auch dieser Matchball aufgrund eines eigenen Fehlers nicht verwandelt.
Bennemann hingegen witterte nun Morgenluft. Ein Break zum 6:5 ermöglichte ihr nun die Chance, die Partie mit eigenem Aufschlag zu beenden, doch ihr Aufschlagsspiel misslang komplett und nach 0:40 zu Beginn nutzte Lukas ihren dritten Breakball und somit war auch in diesem Durchgang die Entscheidung im Tiebreak angesagt. Hier erspielte sich die 18-Jährige von Beginn an Vorteile und ging nach anfänglicher 2:0-Führung mit 4:2 zum Seitenwechsel. Dank zweier Punktgewinne bei Aufschlag Lukas beim Stande von 4:3 erspielte sich Bennemann tatsächlich drei Matchbälle am Stück, davon die ersten beiden sogar bei eigenem Aufschlag. Die Anspannung war ihr nun anzusehen. Zum Ärger ihrer Kontrahentin nahm sie sich nun ungewohnt lange Zeit, ehe sie endlich ihre Aufschlagbewegung ausführte. Geholfen hat es ihr jedoch nicht. Den ersten Matchball machte Lukas mit einem Vorhandwinner zunichte, der zweite fiel einem sensationellen Stopp ihrer Gegnerin zum Opfer. So blieb vorerst nur die Hoffnung auf Matchball Nummer drei.
Dieser sollte letztlich auch den Schlusspunkt in dieser Partie setzen. Die Vorhand von Lukas direkt nach dem Return landete seitlich im Aus und besiegelte die Niederlage der Kroatin, die gefühlt schon eine Stunde zuvor unter der Dusche hätte stehen können. Bennemann riss direkt, nachdem sie erkannte, dass der Ball im Aus landen würde, die Arme hoch. Die Chance auf einen zweiten Titel bei einem Turnier der Kategorie W75 bleibt ihr somit weiterhin erhalten. Nun geht es morgen zunächst entweder gegen ihre Landsfrau Tessa Brockmann oder gegen die an Nummer zwei gesetzte Französin Fiona Ferro. Zu früh abschreiben wird sie ihre morgige Gegnerin mit Sicherheit nicht. Das sollte sie in dieser Woche gelernt haben.
Turnier: ITF Hechingen 2026